Bulgarische Grüße

Am 3. März feiert Bulgarien die Befreiung aus der osmanischen Fremdherrschaft und seine Unabhängigkeit. Diese hielt insgesamt 482 Jahre an und endete im Russisch-Türkischen Krieg am 3. März 1878 mit dem Frieden von San Stefano. Schauen wir uns die Republik Bulgarien etwas näher an.

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Kulinarische Reise durch Europa
Bulgarische Küche

Bulgarien liegt im Osten der Balkanhalbinsel und grenzt im Norden an Rumänien, im Westen an Serbien und Nordmazedonien, im Süden an Griechenland und die Türkei. Im Osten bildet das Schwarze Meer eine natürliche Grenze. Hauptstadt und Regierungssitz der Republik Bulgarien ist Sofia. Weitere bedeutende wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentren sind die Städte Plowdiw, Warna, Burgas, Russe und Stara Sagora.

Laut einer Schätzung leben rund 7 Millionen Menschen in Bulgarien. Viele Bulgaren verließen nach 1990 sowie nach dem EU-Beitritt in 2007 das Land und ließen sich in verschiedenen westeuropäischen Ländern nieder, vor allem in Spanien, Italien und Deutschland.

Die Flagge Bulgariens besteht aus drei gleich großen, horizontalen Streifen: oben weiß, in der Mitte grün und unten rot. Diese Farben stehen für Freiheit und Frieden (weiß), die Fruchtbarkeit und Natur Bulgariens (grün) sowie für das Blut, das beim Kampf für die Freiheit vergossen wurde (rot).

Allein sieben Hochgebirge locken mit Gipfeln bis über 2.900 Meter im Sommer und auch im Winter aktive Touristen an. Städte voller Geschichte, Klöster, in denen die Zeit stehen geblieben scheint, und das Kunsthandwerk ziehen Menschen aus aller Welt an.

Bulgarien ist ein slawisches Land, ein säkularer Staat mit Religionsfreiheit. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zur orthodoxen Kirche, die sowohl die Kultur als auch die Bräuche der Einheimischen beeinflusst.

Volksmusik ist ein weiteres wichtiges Attribut des Lebens der Bulgaren. Hier singen und tanzen die Menschen großartig. Eine Hochzeit ohne einen Tanzreigen und entsprechenden Gesang ist undenkbar. Lieder werden sowohl im Urlaub als auch bei Beerdigungen und traurigen Ereignissen gesungen. Während der Feier der nationalen Feiertage kleiden sich Frauen oft in Trachten. Dunkle Sommerkleider mit Handstickerei, unter denen ein weißes Hemd getragen wird, sollen die Herzlichkeit dieses Volkes und die Wünsche der Gesundheit symbolisieren.

Gastfreundschaft ist hier eine Selbstverständlichkeit und nicht mit irgendwelchen Hintergedanken verbunden. Gäste werden von Bulgaren traditionell mit Thymianbrot und Rotwein begrüßt. Sie erleben auch, dass Ihnen eine Weintraube über den Zaun gereicht wird oder eine Einladung zum Abendessen ausgesprochen wird, diese abzuschlagen gilt als Affront und ist wahrlich nicht nötig.

Ansonsten lieben es die Bulgaren, an milden Sommerabenden gut angezogen durch die Straßen zu flanieren und das eine oder andere Schwätzchen zu halten. Dabei werden Sie eine Besonderheit erleben, denn in Bulgarien wird Ja mit Kopfschütteln und Nein mit Kopfnicken ausgedrückt, eine Eigenart, die die Bulgaren mit Albanern und Griechen gemeinsam haben. Erklärt wird das so: einem bulgarischen Freiheitskämpfer wurde bei einem Verhör eine Schwertspitze unters Kinn gehalten und so wurde er gefragt, ob er am Leben bleiben wolle. Er konnte nur den Kopf schütteln, was jedoch ein „Ja" bedeutete.

Hessische Beziehungen
Bulgarische kulturelle Institutionen in Hessen sind der Internetseite des Honorarkonsuls von Bulgarien für das Land Hessen zu entnehmen.

Darüber hinaus hat unser Netzwerkpartner, die Gemeinde Seeheim-Jugenheim an der Bergstraße, im Frühjahr 2018 eine Freundschaftsvereinbarung mit Karlowo in Bulgarien unterzeichnet. Karlowo liegt am Südhang des Balkangebirges im Rosental, welches sich im Osten bis nach Kasanlak erstreckt. Es ist bekannt für die Rosenölproduktion, welche in der Parfümproduktion eingesetzt wird. Auch Lavendel wird für diese Zwecke angebaut. Weiterhin ist die Stadt ein Standort für die verarbeitende Industrie (Fleischfabrik, Kosmetikfirmen) und den Agrarsektor (außer Rosenöl vor allem Wein). Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Revolutionär Wasil Lewski, (1837–1873), führender Revolutionär und Ideologe der bulgarischen Freiheitsbewegung.

Bulgarische Küche

Wie die Küchen anderer Länder der Balkanhalbinsel, so war die bulgarische Küche über Jahrhunderte orientalischen und mediterranen Einflüssen ausgesetzt. Sie basiert auf dem in der Donauebene angebauten Getreide, vor allem Weizen und Mais, im Süden des Landes auch Reis. Bei der Viehzucht spielen Rinder und Schweine die wichtigste Rolle, außerdem gibt es Wasserbüffel und Wild. Die bedeutendste Obstsorte ist die Aprikose. Ferner wachsen hier Mandeln, Walnüsse, Esskastanien, Erdnüsse und Feigen.

Im Winter dienen Sauerkraut, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, aber auch Pflaumen, Kastanien und getrocknete Aprikosen als Zutaten. Im Frühling verwendet man eher Zwiebeln, Knoblauch, Spinat, Erbsen und anderes Gemüse der Saison. Fisch- und Meeresfrüchtespezialitäten sind Sprotte, Miesmuscheln, gefüllter Karpfen mit Walnüssen (der am Nikolaustag am 6. Dezember verzehrt wird), Tintenfisch, Kalmar und Oktopussalat.

Wir haben für Sie fünf landestypische Rezeptvorschläge zusammengestellt.

  • Baniza
  • Shopska-Salat
  • Tarator
  • Sarma
  • Kozunak

Ein typisch bulgarisches Frühstück ist Baniza mit Boza.
Als Baniza bezeichnet man ein Blätterteig-Gebäck aus Bulgarien, das in anderen Balkanländern in ähnlicher Form als „Gibanica“ bekannt ist und mit Burek, Börek oder Pita nah verwandt ist. Andere Schreibweisen sind Banica, Banitsa, Banitza. Bulgarische Baniza wird nicht nur als Dessert serviert, sondern kann auch als Frühstück oder als Zwischenmahlzeit gegessen werden – eigentlich also den ganzen Tag lang. Sie kann verschiedene Füllungen enthalten. Sehr verbreitet ist eine Füllung aus Salzlakenkäse (Сирене Sirene). Andere typische Gebäcksorten aus Bulgarien sind Mekiza (ungefüllte Krapfen) und Pogatschen, ein rundes salziges Brot.

Das typisch bulgarische Mittag- bzw. Abendessen beginnt mit einem Salat. Shopska-Salat ist ein traditioneller kalter Salat, der auch zu den Nationalgerichten Bulgariens gehört. Das Wort Shopska in seinem Namen bezieht sich auf die sparsamen Shopi aus der Region Shopluk, wo sich Bulgarien, Serbien und Mazedonien treffen. Der Salat wird oft im Sommer serviert, wenn man ihn in den meisten bulgarischen Restaurants findet. Er besteht aus gehackten Tomaten, Gurken, Zwiebeln, gerösteten oder rohen Paprikaschoten und bulgarischem Käse. Weiterhin findet man unter Salaten oft Meze, Thrakija-Salat, Schkembe tschorba und Supa toptscheta. Mit den Salaten trinkt man gewöhnlich Rakia (Schnaps).

Weitere Vorspeisen sind Suppen wie zum Beispiel Tarator, eine kalte Suppe aus bulgarischem Joghurt, Gurken, Knoblauch, gehacktem Dill, Sonnenblumenöl, Walnüssen und etwas Wasser oder Eis. Die Suppe wird gut gekühlt serviert und ist besonders an heißen Sommertagen beliebt.

Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil der meisten Hauptgerichte in Bulgarien. Die traditionelle Saison für Lammgerichte beginnt im April am Georgstag. Kavarma wird im Tontopf zubereitet und enthält Schweine- oder Hammelfleisch und Gemüse. Gegrilltes Fleisch vom Spieß heißt Kebab. Kebaptscheta nennt man hier die gegrillten Fleischröllchen. Auch Paprika werden gerne mit Hackfleisch und Reis gefüllt. Sarma ist der Name von Krautwickeln, für die gesäuerte Kohlblätter mit Hackfleisch gefüllt werden und zu besonderen Anlässen bzw. an Feiertagen zubereitet werden. Es gibt zahlreiche Versionen dieses Gerichts, jedoch hat es seine Wurzeln im Osmanischen Reich und wird traditionell auch auf dem Balkan, in den Ländern Mitteleuropas, im Südkaukasus und im Nahen Osten konsumiert. Sehr verbreitet sind Eintopfgerichte mit oder ohne Fleischeinlage. Rasulj ist ein Erbsen- oder Bohneneintopf mit Fleisch und sollte nicht unerwähnt bleiben.

Zum Nachtisch isst man in Bulgarien verschiedene Süßigkeiten, Joghurt mit Früchten und viel Obst. Kozunak ist ein süßes Kuchenbrot der bulgarischen Küche, das zu Ostern zubereitet wird.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Nachbacken und Nachkochen!