Deutsche Grüße aus Liebenau

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest möchten wir die europäische kulinarische Rezeptesammlung mit einem deutschen kulinarischen Brauch an Weihnachten fortsetzen.

Weihnachten 2020 wird sicherlich anders verlaufen als die Jahre zuvor. Dabei haben wir uns die Frage gestellt:

Wie verläuft eigentlich ein typisch deutsches Weihnachtsfest?

Zusammengefasst kann man sagen, dass es in Deutschland zwei Weihnachtsfeiertage gibt, den 25. und den 26. Dezember. Der 24. Dezember, Heiligabend, teilt sich für viele in einen hektischen Vormittag und einen festlichen Teil am Abend. Fällt Heiligabend auf einen Werktag, sind die Geschäfte bis mittags geöffnet, und es herrscht Hochbetrieb, wenn letzte Geschenke oder Lebensmittel für das Festessen besorgt werden. Danach gilt es, den Weihnachtsbaum mit Lichterketten und bunten Kugeln zu schmücken, Geschenke zu verpacken und das Essen vorzubereiten. Sicherlich wird dieser Teil zumindest dieses Jahr eher anders verlaufen. Geschenke besorgen auf den letzten Drücker fällt wohl wegen des Lockdowns aus, und die Geschenke sollten eigentlich auch schon längst verpackt sein, schließlich hat man die Adventsonntage nicht auf den Weihnachtsmärkten verbringen können.

Also zurück zum Heiligabend: Üblicherweise wird schon Wochen zuvor ausgehandelt, wo die Familien zusammenkommen - bei den Eltern oder doch bei Schwiegereltern? Auch das ist in diesem Jahr aufgrund der notwendigen Kontaktreduzierungen nicht einfacher geworden. Manche bleiben als Familie zu Hause, manche pflegen Traditionen wie gemeinsames Musizieren – diesmal alles in kleinerer Runde. Nach dem Essen folgt die Bescherung: Dann dürfen die Päckchen, die unter dem Weihnachtsbaum liegen, ausgepackt werden. Kinder hatten schon Wochen vor Weihnachten einen Wunschzettel an das Christkind geschrieben und warten aufgeregt, ob sich ihre Wünsche erfüllen.

Apropos Essen: Warum essen Deutsche an Heiligabend eigentlich Kartoffelsalat?

Nach alter christlicher Tradition war vom Martinstag am 11. November bis 24. Dezember Fastenzeit. Deshalb kommt an Heiligabend ein einfaches Gericht auf den Tisch. Meist verbreitet werden als Hauptspeise „Würstchen mit Kartoffelsalat“ gegessen. Doch ursprünglich galt es als Tradition, einen Weihnachtskarpfen zu servieren, denn Fisch ist die symbolische Fastenspeise. Da man bereits im Mittelalter in Klöstern Karpfen züchtete, waren die Fische auch zur Weihnachtszeit verfügbar. Im Norden wird der Kartoffelsalat mit Mayonnaise zubereitet, während im Süden nur Essig, Öl und Brühe verwendet wird.

Am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag wird am festlich gedeckten Tisch üppig geschlemmt. Das traditionelle Weihnachtsessen ist Gänsebraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl. Für den Fall, dass Sie eine vegetarische Variante bevorzugen, haben wir Ihnen auch ein Rezept für einen leckeren Rosenkohlauflauf zusammengestellt. Diesen können Sie wunderbar vorher vorbereiten und sogar zu Ihrer Familie mitnehmen, falls Sie keinen Braten mitessen möchten. Und wer eine Abwechslung zum Rotkohl haben möchte, kann sich von einem Rotkohlsalat mit Feta und Datteln inspirieren lassen.

Wenn wir an Weihnachten und an das Festessen mit der Familie denken, so kommt in der Vorstellung ziemlich weit vorne der leckere Christstollen vor. Der brotförmige Kuchen aus schwerem Hefe-Feinteig wird zwar ganzjährig hergestellt, dennoch wird dieser meist in der Advents- und Weihnachtszeit verzehrt. Bei dem Gedanken an den Stollen fällt vielen ziemlich schnell die Verbindung zu Dresden ein.

Wissenswert dabei ist auch, dass der Dresdner Christstollen Bestandteil des Einigungsvertrages der DDR mit der Bundesrepublik Deutschland war und dass die Bezeichnungen „Dresdner Stollen, Dresdner Christstollen und Dresdner Weihnachtsstollen“ im Jahr 2010 auf Antrag Deutschlands als geschützte geographische Angabe nach europäischem Recht eingetragen wurde.

Die Stadt Dresden pflegt viele Städtepartnerschaften, leider ist keine hessische Kommune dabei. Dennoch haben wir herausgefunden, dass 25 Netzwerkpartner eine innerdeutsche Partnerschaft mit dem Freistaat Sachsen pflegen.

Heute möchten wir die Verbindung zwischen Liebenau in Hessen und Liebenau in Sachsen besonders hervorheben.

Zum einen, weil Liebenau als ein Ortsteil von Altenberg im Osterzgebirge in Sachsen nur rund 40 km von Dresden entfernt liegt, zum anderen, weil diese besondere Partnerschaft aus vier Gemeinden namens Liebenau besteht und im Jahr 2021 das 30-jährige Jubiläum feiern wird:

  • Ortsteil Liebenau (Altenberg) im Osterzgebirge in Sachsen
  • Stadt Liebenau in Hessen
  • Samtgemeinde Liebenau in Niedersachsen
  • Marktgemeinde Liebenau in Oberösterreich

Wenn Sie in diesem Jahr noch keinen Stollen selbst hergestellt haben, so empfehlen wir Ihnen unser Rezept für das kommende Jahr!

Viel Vergnügen beim Nachkochen und Nachbacken der Rezepte, die Sie gerne herunterladen können.

Guten Appetit und Frohe Weihnachten!