Französische Grüße aus Heringen (Werra)

Die europäische kulinarische Rezeptesammlung möchten wir mit französischen Grüßen anlässlich des Deutsch-Französischen Tages am 22. Januar 2021 fortsetzen. Heute ist der Jahrestag des Élysée-Vertrages, dem eine bewegte Geschichte der deutsch-französischen Nachbarschaft vorausging. Der Élysée-Vertrag gilt als Zeichen der Aussöhnung und Begegnung, sowie für die deutsch-französische Freundschaft.

TeaserFranzösischeGrüße

Kulinarische Reise durch Europa, Rezeptesammlung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schien eine Versöhnung zwischen den beiden Nachbarländern zunächst unvorstellbar. Als 1958 der französische Ministerpräsident und spätere Präsident Charles de Gaulle den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer in sein privates Landhaus einlud, galt dies als historisch einmalige Geste. Das Ziel war die Wiederaufnahme der deutsch-französischen Beziehungen auf kultureller, wirtschaftlicher und politischer Ebene. Der bilaterale Einigungsprozess diente als Motor für die europäische Einigung und den Integrationsprozess, der mit den Römischen Verträgen und der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft von 1957 begonnen hatte.

Der Vertrag enthielt insbesondere einen Konsultationsmechanismus, der regelmäßige Treffen auf allen politischen Ebenen festlegte. Außerdem verpflichteten sich die Regierungen, sich in der Außen-, Europa- und Verteidigungspolitik, aber auch in Erziehungs- und Jugendfragen enger abzustimmen. Zukünftig sollten beide Länder und ihre Bürgerinnen und Bürger vertrauensvoll zusammenarbeiten. Seither entwickelte sich eine enge politische und freundschaftliche Partnerschaft, die sich bis heute an der Weiterentwicklung des europäischen Projektes orientiert. Auch auf kommunaler Ebene wird diese Freundschaft seit Jahrzehnten intensiv gelebt und ist fest in der Städtepartnerschaftskultur verankert. In Hessen haben wir über 240 Städtepartnerschaften mit französischen Kommunen ermitteln können.

Auch das Land Hessen pflegt seit 25 Jahren eine Partnerschaft mit der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Region ist mit einer Fläche von 84.100 km² die größte Region Frankreichs und umfasst etwa die Fläche Österreichs. In dieser Region leben derzeit rund 6 Millionen Einwohner, knapp 300.000 Menschen weniger als in Hessen. Der auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich wirkende Name „Nouvelle-Aquitaine = Neue Aquitaine“ resultiert aus der 2016 in Kraft getretenen Gebietsreform der französischen Regionen, in deren Rahmen die vormaligen Regionen Aquitaine, Limousin und Poitou-Charentes zusammengelegt wurden. Insbesondere in den Bereichen Bildung, Jugend, Forschung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur werden vielseitige gemeinsame Aktivitäten unternommen.

Zusätzlich sind 19 hessische Kommunen mit Kommunen aus der Region Nouvelle-Aquitaine verschwistert. All diese Freundschaften zeichnen sich durch regelmäßige gegenseitige Besuche aus, bei denen man sich näherkommt und die jeweilige Kultur besser kennen lernt. Dabei wird viel gelacht und natürlich ausgiebig geschlemmt. Wir haben unsere französischen Kolleginnen und Kollegen im Regionalrat nach einem typischen Menü aus der Region Nouvelle-Aquitaine gefragt und stellen Ihnen die drei Rezepte sehr gerne zur Verfügung.

Es handelt sich dabei um:
- Salade périgourdine – Salat nach Périgord Art
- Potée limousine – Eintopf nach Limousin Art
- Broyé poitevin – Knetkuchen nach Poitou-Art

Das Essen und Trinken ist in Frankreich ein wichtiger Bereich des täglichen Lebens und der Lebensart (Savoir-vivre) und die Pflege der Küche ein unverzichtbarer Bestandteil der nationalen Kultur. Die französische Küche hat sich weltweit etabliert, was auch in der internationalen Küchensprache zum Ausdruck kommt.

Französische Küche
Fast allen deutschen Bürgerinnen und Bürgern ist die französische Küche geläufig. Sie gilt seit der frühen Neuzeit als einflussreichste Landesküche Europas. Die sogenannte Haute Cuisine entstand im 19. Jahrhundert und entwickelte sich zur französischen Nationalküche. Auch in Frankreich existieren verschiedene Regionalküchen, die auf unterschiedlichen Zutaten, Kombinationen und Zubereitungsarten beruhen. Die französische Küche ist sowohl für ihre Qualität als auch ihre Vielseitigkeit weltberühmt.

Wussten Sie schon, dass „Gastronomisches Mahl der Franzosen“ 2010 als erste Nationalküche in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde?

Frankreich gilt als ein Land der Weine und des Käses, von dem es mehr als 400 Sorten gibt. Die französischen Saucenarten Béchamelsauce, Sauce béarnaise, Sauce Hollandaise, Mayonnaise und Remoulade sind neben anderen von der internationalen gehobenen Küche übernommen worden. Das Stangenweißbrot Baguette ist im Ausland geradezu ein nationales Symbol der Franzosen geworden.

Was kommt Ihnen noch in den Sinn, wenn Sie an Frankreich denken?
Uns sind sofort diese Begriffe „ein warmes Croissant“, die köstlichen „Macarons“, „Café au lait“, die leckeren „Crêpes“ und natürlich „la Bise“ – der französische Wangenkuss - eingefallen.

Auch in Frankreich gibt es berühmte Eintopfgerichte wie Pot-au-feu, Poule au pot oder Cassoulet; es sind Gerichte der ländlichen Küche. In der Haute Cuisine ist ein mehrgängiges Menü obligatorisch, im einfachsten Fall bestehend aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert, wozu Wein und Wasser getrunken werden und im Norden auch mal ein Bier. Beilagen gibt es nicht, Kartoffeln werden als Gemüse betrachtet, aber ein Brotkorb steht immer auf dem Tisch.

Obwohl fast allen die französische Küche geläufig sein dürfte, wollten wir einige Klassiker hervorheben oder in Erinnerung rufen und Sie mit weiteren Rezepten zum Herunterladen inspirieren.

  • Quiche lorraine ist eine Spezialität, die ursprünglich aus dem Raum Lothringen stammt. Es handelt sich um einen, in einer runden und flachen Form gebackenen, herzhaften Mürbeteig mit einer würzigen Füllung bzw. Auflage, die ein Gemisch aus Eiern und Milch enthält. Die französische Bezeichnung „Quiche“ wurde um 1845 von dem fränkisch-lothringischen Wort Kichel bzw. Kuechel abgeleitet, das dem hochdeutschen Wort „Kuchen“ entspricht.

In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen eine deutsch-französische Städtepartnerschaft vorstellen. Die Stadt Heringen (Werra) pflegt bereits seit dem 13.06.1982 eine Städtepartnerschaft mit Rombas (deutsch Rombach, lothringisch Rombéch). Die französische Gemeinde im Département Moselle in der Region Grand Est gehört zum Arrondissement Metz und ist Hauptort des Kantons Rombas. Grand Est (französisch [ɡʁɑ̃t‿ɛst]), deutsch Großer Osten, ist der Name der französischen Region, die am 1. Januar 2016 aus dem Gebiet der vorherigen Regionen Elsass (Alsace), Lothringen (Lorraine) und Champagne-Ardenne entstand. Nähere Informationen haben wir Ihnen in einer gesonderten Datei zusammengestellt.

  • Coq au Vin heißt übersetzt „Hahn in Wein“, ist ein klassisches Geflügelgericht und eines der französischen Nationalgerichte. Wie in anderen europäischen Ländern war auch in Frankreich Geflügel, und vor allem Hühner, bis weit in die Neuzeit hinein der auch für weniger wohlhabende Stände noch am ehesten erschwingliche Fleischlieferant. Hühner haben einen geringen Pflegebedarf, sind leicht aufzuziehen und geben handliche Portionen ab. Außerdem nimmt Hühnerfleisch Kräuter- und Gewürzaromen besonders gut auf, was in einer Zeit mit beschränkten Konservierungsmöglichkeiten wichtig war. Bis heute kennt die Französische Küche unzählige Zubereitungsvariationen von Huhn.
     
  • Galette ist die französische Bezeichnung für ein rundes flaches Küchlein oder Pfannkuchen aus Kartoffeln, fein geraspelt oder püriert. In der Bretagne, der Unternormandie und der Vendée bezeichnet man mit Galettes gebackene Buchweizenpfannkuchen, die mit Käse, einem Ei, einer Wurst, gegrillten Sardinen usw. garniert sind. Eine Galette (bretonisch Krampouezhenn) ist die herzhafte Variante der im deutschen Sprachraum bekannteren Crêpe.
     
  • Crème brûlée, wird aus dem Französischen in „gebrannte Creme“ übersetzt und ist eine Süßspeise aus Eigelb, Sahne und Zucker. Sie wird mit Vanille, Zimt, Orangenschale, Zitronenschale, Ingwer oder Mandelmilch aromatisiert. Das Besondere an der Creme ist eine Karamellkruste.

All diese Inspirationen haben wir Ihnen zum Nachkochen und Nachbacken vorbereitet und wünschen Ihnen viel Freunde dabei!

Guten Appetit - Bon appétit!