Griechische Grüße

Am 25. März 2021 wird der griechische Nationalfeiertag begangen. In 2021 jährt sich zum 200. Mal der Tag, an dem die griechische Revolution und der Kampf für ein freies und unabhängiges Griechenland seinen Anfang nahm. Schauen wir uns Griechenland etwas näher an.

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Kulinarische Reise durch Europa
Gerichte der griechischen Küche

Der 25. März ist ein griechischer Nationalfeiertag und steht für den Tag der Befreiung. An diesem Tag werden die griechische Unabhängigkeit und die Freiheit gefeiert. Dieses Jahr ist ein besonderes Jubiläumsjahr und wir bedauern es, dass die griechische Bevölkerung pandemiebedingt nicht so feiern kann, wie viele es sich wünschen würden.

Die offizielle Staatsbezeichnung Griechenlands ist Hellenische Republik, kurz Hellas (griechisch Elláda). Im Jahr 1981 trat Griechenland mit der Hauptstadt Athen der Europäischen Gemeinschaft bei. Der Euro löste im Jahr 2002 die griechische Drachme als Währung ab. Die Landessprache wird seit ungefähr 3000 Jahren genutzt und ist damit wohl eine der ältesten durchgängig gesprochenen Sprachen der Welt. Die Nationalflagge besteht aus blauweißen Streifen mit einem weißen Kreuz. Das Blau steht für das Meer und den Himmel, Weiß für die Reinheit des Kampfes um die Unabhängigkeit. Das Kreuz steht für die christliche Tradition Griechenlands.

Wenn wir an die griechische Geschichte denken, die so viele Menschen fasziniert, so denken wir an das antike Griechenland, welches unsere westliche Welt, den Rechtsstaat und die Demokratie bis heute prägt. Viele Dinge in unserem Leben haben ihren Ursprung in der griechischen Welt: Die Philosophie, die Medizin, das Kunsthandwerk, das Theater, die Wissenschaft und natürlich der Sport und die Olympischen Spiele.

Wir denken aber auch an eine Gesellschaft, die durch seine Lebensfreude und Gastfreundschaft, durch seine Landschaften und seine Küche so viele Deutsche in ihren Bann zieht. Der Begriff Philoxenia steht für die griechische Gastfreundschaft. Übersetzen wir es einmal wörtlich, so finden wir da Worte wie Freundeskreis, Gesellschaft oder Clique. Einen Gast zu haben, wird von den Griechen als Ehre betrachtet und soll nach alter Tradition Glück bringen und Unheil abwenden.

Ein großer Teil der Tradition und der Feiertage, die heute in Griechenland gefeiert werden, sind religiöser Natur. 97% der Bevölkerung gehören dem griechisch-orthodoxen Christentum an. Wenn wir an griechische Traditionen denken, so denken wir an das Osterfest der Griechen, denn Ostern ist DAS bedeutendste Fest in Griechenland.

Das griechisch-orthodoxe Osterfest hat kein festes Datum und findet meist zeitlich versetzt zu dem deutschen Osterfest statt. Denn gefeiert wird am ersten Sonntag nach dem Vollmond der Frühlings-Tagundnachtgleiche, also dem Tag, an dem der Tag und die Nacht gleich lang sind. Im Jahr 2021 wird das Osterfest am Karfreitag, den 30. April begangen. Die Feier dauert dann drei Tage. Während dieser Zeit kehren ausgewanderte Griechen aus allen Teilen der Welt zu ihren Familien auf den Inseln und Regionen des Festlands zurück. Höhepunkt ist die kirchliche Prozession am Abend des Ostersamstags. Mehr über die Tradition und die Feierlichkeiten des Osterfestes haben wir für Sie gesondert zusammengefasst.

Die Namenstage (onomastiki giorti), also die Gedenktage der Heiligen im Kirchenjahr, haben in Griechenland ebenfalls eine Bedeutung und werden für wichtiger erachtet als der eigene Geburtstag. Den Feiertag des eigenen Vornamens zelebrieren die Griechen mit großem Enthusiasmus. Je mehr Griechen den gleichen Namen tragen, desto ausgiebiger wird gefeiert.

Eine Mahlzeit ist für die Griechen kein Selbstzweck, sie ist vielmehr Anlass zur Geselligkeit. In der griechischen Tischgesellschaft, Parea genannt, wird in der Familie und unter Freunden teilweise stundenlang ausgiebig gegessen, fröhlich vor sich hin philosophiert und einfach nur gemütlich verweilt. In der Regel wird eher zu späterer Stunde gemeinsam gegessen, vor allem während der Sommerzeit aufgrund der hohen Temperaturen.

Griechische Küche
Die in Mitteleuropa übliche Sitte, dass sich jeder ein eigenes Hauptgericht mit Beilagen auf einem eigenen Teller bestellt, ist in Griechenland eher unüblich. Die Griechen lieben es, möglichst viele verschiedene Gerichte gleichzeitig auf dem Tisch zu haben. So werden die Speisen meist alle zur gleichen Zeit serviert. Jeder darf von allen Gerichten probieren, und man nimmt sich, was man mag. Die griechischen Gerichte werden häufig lauwarm serviert. Eine starke oder übertriebene Würzung ist unüblich.

Alles restlos vom Tisch zu verputzen gilt übrigens als Schande, denn dann hat man offenbar nicht genug für die Parea bestellt. Gegenseitiger Respekt wird bei den Griechen großgeschrieben. Meist übernimmt eine Person oder eine Familie die Rechnung für alle. Beim nächsten Essen lädt jemand anderes dafür ein. Übrigens heißt „ja“ auf Griechisch „“ναί, ausgesprochen “nä”. Und sollte nicht mit unserem “Nein” verwechselt werden!

Die echte Griechische Küche ist weitaus vielseitiger als ihr Ruf. Noch immer hält sich der Mythos der fleischbetonten griechischen Küche hartnäckig. Jeder denkt sofort an Gyros, Kebab, Souvlaki & Co., wenn es ums Essen in Griechenland geht. Es heißt aber, dass Gyros bzw. Pita-Gyros kein traditionelles griechisches Gericht seien, sondern eine Erfindung von griechischen Gastarbeitern, die in den 1960er-Jahren in den USA lebten.

Aufgrund der geographischen Lage Griechenlands zählt die Küche zur der mediterranen. Gemüse wie Auberginen, Zucchini, Tomaten und Paprika sind wichtiger Bestandteil der griechischen Speisen. Diese werden mit reichlich Olivenöl und Knoblauch sowie den heimischen Wildkräutern Oregano, Thymian und Rosmarin gewürzt.

Als insel- und damit auch küstenreiches Land spielen Fisch und Meeresfrüchte eine große Rolle. Es gibt ca. 3.000 Inseln, davon sind ca. 130-150 bewohnt. Die Küstenlänge beträgt 13.676 Kilometer (fast so viel wie Neuseeland). Gleichzeitig ist Griechenland jedoch auch ein sehr gebirgiges Land mit einem Gebirgsanteil von knapp 80 %. Hier leben die meisten Ziegen in Europa, deshalb hat das Schaf- und Ziegenfleisch auf dem griechischen Speiseplan eine große Bedeutung: Die bergige Landschaft bietet außerdem einen Reichtum, den die Griechen schon früh zu nutzen wussten: Hier wachsen zahlreiche Wildkräuter und Wildgemüse.

Texte von Hesiod oder Homer belegen, dass Oliven, Wein, Granatapfel, Feige oder Quitten bereits vor mehr als zweitausend Jahren den Speiseplan bestimmten. Auch die Tradition der Mezedes, kleiner, variantenreicher Gerichte, die heute klassischer Begleiter zu Ouzo und Wein sind, wurde damals in etwas abgewandelter Form schon gepflegt. Die meisten griechischen Vorspeisen sind vegetarisch, viele sind sogar vegan.

Durch die Übernahme griechischer Territorien durch das Osmanische Reich gelangten viele Gerichte aus dem Orient, beispielsweise die Pita oder das Hackfleisch, Anwendung. Die in der osmanischen Küche beliebten Gewürze Kreuzkümmel und Zimt sind heute typisch für die Küche Nord-Ost-Griechenlands. Insgesamt findet man in vielen traditionellen Gerichten interessante Einflüsse aus Kleinasien, Ägypten, dem Balkan und Italien wieder.

Am 25. März, dem griechischen Unabhängigkeitstag, wird des Beginns des Befreiungskrieges gegen die Osmanen im Jahr 1821 gedacht. Es ist gleich ein doppelter Feiertag, denn es ist auch Mariä Verkündigung. Und weil der Tag obendrein in die Fastenzeit fällt, isst man traditionell gebratenen Klippfisch mit Skordalia, einer Kartoffel-Knoblauch Creme.

Was glauben Sie ist das Nationalgericht Griechenlands? Wer an Moussaka denkt liegt hier ganz falsch! Das Nationalgericht Griechenlands ist ein veganes Essen, aus Gemüse die im mediterranen Klima wachsen und nahrhaft sind: die Bohnensuppe! (Fassolada). Eine weitere traditionelle Suppe ist Kakavia (Κακκαβιά) - Fischsuppe, bei dem der Fisch auf einen separaten Teller serviert wird.

Natürlich ist Moussaka ein weiteres sehr bekanntes und traditionelles Gericht. In Griechenland fehlt eine Moussaka bei keinem Festessen und wird dort entweder als Vorspeise oder als Hauptgericht serviert. Was in Italien die Lasagne ist, ist in Griechenland die Moussaka. Ursprünglich kommt es aus dem arabischen Raum, unter ähnlichem Namen ist Moussaka mit fast gleichen Zutaten auf dem gesamten Balkan und in der Türkei verbreitet. Der größte Unterschied besteht im Einsatz der Gewürze.

Ein weiterer Klassiker schlechthin ist der griechische Salat mit Gurken, Tomaten, Paprika (grün), Zwiebeln, Feta und Oliven. Jede Taverne macht den Salat etwas anders. Manchmal auch mit Kapern und Zwieback!

Zu allen Mahlzeiten und Gerichten wird Pita-Brot (Πίτα ψωμί) ein Hefeteigbrot gereicht. Ein wichtiger Bestandteil der Vorspeisen ist die meist bekannte Tzatziki (τζατζίκι) – also ein griechischer Joghurt mit Gurke und viel Knoblauch, manchmal sogar mit Dill.

Früher war es überall üblich und selbstverständlich, dass man nach dem Hauptgang ein kostenloses Dessert, beispielsweise Obst der Saison oder ein hausgemachtes Speiseeis erhalten hat. Heute ist dies meist nur noch in traditionellen Tavernen und in abgelegenen Regionen Griechenlands der Fall. Süße Nachspeisen wurden eher zu einem nachmittäglichen Kaffee gereicht, haben sich jedoch auch als Nachspeise eingebürgert.

Tsoureki ist eins von den wichtigsten Sachen in der griechischen Essenskultur. Dieser süße Hefezopf wird hauptsächlich an Ostern verspeist, und nimmt sein feines Aroma und seinen unverkennbaren Geschmack von zwei besonderen Gewürzen: den Mastix, was ein Harz eines besonderen Baums ist, das auf der Insel Chios wächst, und Mahlab, was aus dem Kern der Felsenkirsche kommt. Der Zopf wird gerne von roten Ostereiern dekoriert, denn die Tradition verlangt, dass die Eier rot gefärbt werden. Die Farbe soll das vergossene Blut Jesu Christi am Kreuz symbolisieren. Tsoureki wird in der Osterzeit gerne verschenkt, z. B. an Patenkinder oder Schwiegereltern.

Wir haben vier Rezepte für Sie herausgesucht und zum Download bereitgestellt.

  • Fasolada (Bohnensuppe)
  • Skordalia -Kartoffel-Knoblauch Creme
  • Moussaka - Auberginenauflauf
  • Tsoureki – Hefezopf zu Ostern

Viel Vergnügen beim Nachkochen und Nachbacken!