Litauische Grüße aus Riedstadt

In Litauen wird am 16. Februar 2021 einer der beiden Nationalfeiertage begangen und an die Wiederherstellung der Souveränität des Staates erinnert. Am 16.02.1918 wurden die 1. Litauische Republik gegründet und der litauische Staat wiederhergestellt. Wir nehmen Sie mit auf eine kleine Reise nach Litauen.

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Litauische Küche

Litauen ist der südlichste der baltischen Staaten. Es grenzt im Westen an die Ostsee und hat gemeinsame Grenzen mit Lettland, Weißrussland, Polen und der russischen Exklave Oblast Kaliningrad.

Der Begriff Baltikum, der heute weltweit für die drei Länder Litauen, Lettland und Estland verwendet wird, kam erst im 18. Jahrhundert auf, als Russland Mühe hatte, die Region "Pribaltika" zu erobern. Alle drei Länder haben unterschiedliche Sprachen. Entgegen dem weit verbreiteten Vorurteil, sind die baltischen Sprachen keine Slawischen, und sie benutzen alle das lateinische Alphabet. Die Sprachen von Litauen und Lettland ähneln sich (etwa wie Deutsch und Niederländisch) und haben indogermanische Wurzeln. Estnisch dagegen gehört zu den finno-ugrischen Sprachen und ähnelt dem Finnischen (und Ungarischen). Esten und Finnen können sich gut verständigen.

Die Flagge Litauens ist eine Trikolore mit drei horizontalen Streifen in Gelb, Grün und Rot. Diese Farben sollen die litauischen Werte symbolisieren: Gelb steht für Sonne, Licht und Güte, Grün bedeutet Natur, Freiheit und Hoffnung, Rot ist das Land, der Mut und das Blut, welches für die Heimat vergossen wurde. Litauen musste in der Vergangenheit des Öfteren um seine Souveränität kämpfen. Im Jahr 1918 wurde zunächst die Besatzungszeit Russlands beendet, jedoch nach 20 Jahren der Unabhängigkeit wurde das Land 1940 erneut besetzt; diesmal von der Roten Armee. Erst 1990 konnte Litauen sich von der UdSSR loslösen. Die Souveränität wurde am 6. September 1991 anerkannt. Der zweite Nationalfeiertag in Litauen erinnert am 6. Juli des Jahres an die Staatsgründung. Der Tag ist auch als Krönungstag des Königs von Litauen in 1253 bekannt. An diesem Tag wurde unter Großfürst Mindauga der erste litauische Staat gegründet.

Im Zuge der EU-Erweiterung 2004 wurde Litauen Mitgliedstaat der Europäischen Union und Mitglied der NATO. Die litauische Republik hat etwa 2,8 Millionen Einwohner. Hauptstadt und größte Stadt Litauens ist Vilnius, weitere Großstädte sind Kaunas, Klaipėda und Šiauliai. Das größte Land der drei baltischen Staaten hat dem Besucher viel zu bieten. Städte mit alter Architektur, Burgen und Schlösser, ein naturbelassener See nach dem anderen, die Ostsee und die Kurische Nehrung (98 km lange Halbinsel). Es gibt 2830 Seen (größer als 0,5 ha) und die Memel (also der Nemunas) ist mit 937 km der längste Fluss (in Litauen 475 km). Auf den vielen Flüssen lassen sich Kanutouren durch unberührte Landschaften bis ins Baltische Meer bei Riga machen. Die Landschaft ist flach, es gibt kaum größere Hügel, der höchste Berg ist der Aukstojas Kalnis mit 293 m nahe der weißrussischen Grenze. Leider gibt es kaum Fahrradwege, obwohl die Strassen gut ausgebaut sind.

Litauen ist bekannt für seine Störche und für sein Bier als Nationalgetränk, denn in Litauen gibt es viele, auch kleine, Brauereien. Besonders in der Birzaier Region brauen noch viele Dorfbewohner ihr Bier selbst. Bei Touristen beliebt ist deshalb auch der litauische Bierweg, bei dem im ganzen Land Brauereien besichtigt und die verschiedenen Biere probiert werden. Dazu werden meist Sauerteigbrot mit Kümmel sowie Landkäse gereicht. Und da kommen wir schon zu der litauischen Küche.

Litauische Küche:
Obwohl sie wegen der historischen Ereignisse den Gerichten der umliegenden Länder (Lettland, Polen, Russland, Weißrussland) ein wenig ähnelt, bewahrte die litauische Küche ihren eigenen Charakter. Daher spricht man von der litauischen Küche als einer autonomen, kulinarischen Tradition. Die kalten Gerichte sind in Litauen sehr beliebt und reichlich vertreten. Das sind vor allem verschiedene Arten von Käse, Produkte aus saurer Milch, Räucherfleisch und -fisch, Aspik und Roulade. Es gibt eine Unmenge von Gerichten aus Kartoffeln. Darunter sind „Kugelis“ (Kartoffelauflauf), „Schwilpikaj“ (Kartoffelstäbchen) und sogar Kartoffelwürstchen („Wedere“) zu empfehlen.
Als Lebensmittel Nummer 1 gilt in Litauen Käse. In der Republik gibt es Hunderte von Käsearten. Es gibt sowohl traditionelle harte Käsesorten als auch Obstkäse oder Räucherkäse, der auf eine besondere Art geräuchert wird. Der letzte passt am besten zum Bier, das die Litauer selbst für das beste in der Welt halten.
Das litauische Ur-Essen ist das Roggenbrot. Dabei gibt es in Litauen außer den zahlreichen Brotarten (Kümmelbrot, Honigbrot, Kräuterbrot, Rosinenbrot usw.) auch noch eine Speise, die „Labas“ heißt. Das bedeutet auf Litauisch „Hallo“. Wie die meisten Gerichte dieses Landes wird „Labas“ genial einfach zubereitet. Zum gebratenen Brot werden Sonnenblumenkerne, Knoblauch und Käse dazugegeben.
Die typisch litauischen Süßspeisen kamen aus Adelskreisen, wie zum Beispiel das Gebäck namens Šakotis, das dem deutschen Baumkuchen ähnelt. Der Kuchen bürgerte sich während der polnisch-litauischen Union (1569–1791) ein.

Wir haben uns in Hessen umgeschaut und uns in Riedstand nach kulinarischen Inspirationen erkundigt. Denn Riedstadt pflegt bereits seit 1994 eine Partnerschaft mit Tauragé, die wir Ihnen in der beigefügten Übersicht vorstellen möchten. Lernen Sie die beiden Städte kennen. Der Verein „Freunde von Tauragé“ hat uns freundlicherweise leckere traditionelle Rezepte zur Verfügung gestellt.

Šaltibarščiai - sie sieht nach Sommer aus, sie schmeckt wie Sommer, und sie teilt sich, gemeinsam mit Cepelinai (dazu gleich mehr) die Krone als das beliebteste Gericht Litauens. Die leckere Suppe schmeckt aber nicht nur köstlich, sondern macht sich dank ihrer besonderen, pinken Farbe auch toll auf Ihrem Esstisch. Diese resultiert übrigens aus der Kombination von roter Bete, Kefir, Gurken, Rahm und Dill.

Cepelinai – oder “Zeppeline” sind weiche, fleisch-gefüllte Kartoffelklöße, serviert mit Speck, Pilzen und ein wenig Sauerrahm. Seinen Namen hat dieses leckere Gericht seiner Form zu verdanken. Da diese Speise sehr vielseitig zubereitet werden kann, wird sie auch gerne von Vegetarier*innen zubereitet.

Blyneliai su kopustu ist ein Regionalrezept aus Tauragé. Damit sind Pfannkuchen mit Kraut gemeint. Das Besondere an der Speise ist die Füllung aus Steinpilzen und Sauerkraut.

Da Pfannkuchen so vielfältig sind, möchten wir Ihnen Varškėčiai aus einem Quarkteig vorstellen. Sie werden zum Frühstück oder als Dessert gegessen und lassen nicht nur Kinderaugen erstrahlen. Apropos Kinder, wussten Sie schon, dass die Litauerinnen durchschnittlich 27,1 Jahre alt sind, wenn sie ihr erstes Kind zur Welt bringen - damit sind sie EU-weit die jüngsten Mütter.

Wie unterscheiden sich die Baltischen Länder und wie sieht es eigentlich mit der Kulinarik bei dem Nachbarn im Norden Litauens aus? Die Rede ist von Estland. Diesen Fragen werden wir nächste Woche nachgehen. Seien Sie gespannt!