Luxemburgische Grüße aus Offenbach

Der Luxemburgische Nationalfeiertag am 23. Juni wurde ursprünglich eingeführt, um den Geburtstag des jeweiligen Großherzogs zu feiern. Die Feierlichkeiten beginnen im ganzen Land bereits am Vorabend mit einem Fakelzuch, also einem Umzug, bei dem nationale und lokale Vereine, Blaskapellen und Folkloregruppen gemeinsam durch die Stadt Luxemburg ziehen, und einem beeindruckenden Feuerwerk. Auch die feierliche Wachablösung vor dem großherzoglichen Palast ist über die Landesgrenzen bekannt.

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Kulinarische Reise durch Europa
Judd mat Gaardebounen, geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen

Luxemburg bzw. Großherzogtum Luxemburg, Grand-Duché du Luxembourg, Groussherzogtum Lëtzebuerg, ist zwar ein kleines europäisches Land mit rund 626 Tausend Einwohner, doch sie verkörpern Europa, indem sie die Grenzen zu den Nachbarländern Belgien, Deutschland oder Frankreich ebenso leicht überschreiten, wie sie eine der vielen Sprachen sprechen, die täglich in Luxemburg zu hören sind. Gewissermaßen repräsentieren die Offenheit und die multikulturelle Einstellung Luxemburgs einige der Grundwerte der Europäischen Union.

Zusammen mit dem Saarland, der französischen Region Lothringen sowie der Wallonischen Region in Belgien und dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz gehört es zur „Großregion (Saar-Lor-Lux)“, in der etwa 11,6 Millionen Menschen leben. Nationalsprache ist Luxemburgisch, ein zur Schriftsprache erhobener moselfränkischer deutscher Dialekt, zusätzliche Verwaltungs- und Amtssprachen sind Standarddeutsch und Französisch.

Das hauptsächlich ländlich geprägte Staatsgebiet zeichnet sich im Norden durch die dichten Wälder der Ardennen sowie Naturparks aus, im Osten durch die felsigen Schluchten der Region Müllerthal und im Südosten durch das Tal der Mosel. Die ebenfalls Luxemburg genannte Hauptstadt (luxemburgisch Lëtzebuerg) ist berühmt für ihre befestigte mittelalterliche Altstadt, die auf einer Anhöhe liegt.

Seit dem 7.10.2000 ist Großherzog Henri, Herzog von Nassau das Staatsoberhaupt des Landes, denn die Krone des Großherzogtums ist erblich in der Familie Nassau.

Die Regierungsform ist parlamentarische Demokratie in der Form einer konstitutionellen Monarchie, doch faktisch nimmt der Großherzog heute nahezu ausschließlich repräsentative Aufgaben wahr.

Der Nationalfeiertag in Luxemburg, oft als Groussherzogsgebuertsdag (Groß-herzogsgeburtstag) bezeichnet, wurde ursprünglich (Ende des 18. Jahrhunderts) eingeführt, um den Geburtstag des jeweiligen Großherzogs zu feiern. Es hat mit dem Geburtstag der Großherzogin Charlotte begonnen, die zwar am 23. Januar geboren wurde, doch aus klimatischen Gründen wurden die Feierlichkeiten auf den Sommer verschoben, auf den 23. Juni. Das Datum wurde von den Nachfolgern beibehalten.

Bis 1890 wurde das Großherzogtum in Personalunion vom niederländischen König regiert und während der beiden Weltkriege vom Deutschen Reich besetzt. In der Folge nahm es nach dem Zweiten Weltkrieg eine führende Rolle bei der europäischen Integration ein und wurde zum Gründungsmitglied der NATO, UNO und der Europäischen Union.

Übrigens wurde in 2019 der Europatag zum gesetzlichen Feiertag in Luxemburg erklärt. Es ist derzeit das einzige Land, in dem der Europatag am 9. Mai ein Feiertag ist.

Wissen Sie, warum die luxemburgische Gemeinde Schengen so bekannt ist? Denn eigentlich ist Schengen kleines Winzerdorf an der Mosel, doch es liegt im Südosten von Luxemburg, unmittelbar an dem von Deutschland (Saarland), Frankreich (Lothringen) und Luxemburg gebildeten Dreiländereck. Auf der anderen Seite der Mosel liegt die deutsche Gemeinde Perl und südlich davon die französische Gemeinde Apach. Das „Schengener Abkommen“ wurde am 14. Juni 1985 auf dem Fahrgastschiff „M.S. Princesse Marie-Astrid“ am luxemburgischen Moselufer in Schengen unterzeichnet und wird seit 1995 in der Praxis angewendet. Es bezeichnet eine Vereinbarung zwischen Frankreich, Deutschland und den Benelux-Staaten (Belgien, Niederlande, Luxemburg), auf Grenzkontrollen an den Binnengrenzen dieser Staaten zu verzichten. Inzwischen haben sich dem Schengener Abkommen 26 Staaten angeschlossen, das sind alle EU-Staaten (außer Irland, Zypern, Bulgarien, Rumänien und Kroatien) und zusätzlich Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Visa, die von einem Schengen-Mitgliedsstaat ausgestellt werden, sind im gesamten „Schengen-Raum“ gültig.

Da sich ein Ort im Großherzogtum nur per Gesetz als „Stadt“ bezeichnen darf, hat Luxemburg nur zwölf Städte, denen die Stadtrechte, oft bereits im Mittelalter, verliehen wurden. Das im Osten gelegene Echternach ist die älteste Stadt Luxemburgs. Die größeren Städte liegen im Südwesten in der Minette-Region, in der sich die Eisen- und Stahlindustrie des Großherzogtums konzentriert. Dies sind unter anderem Esch an der Alzette (34.000), Differdingen (24.800) und Düdelingen (20.000).

Die Stadt Offenbach am Main pflegt bereits seit 1956 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Esch-sur-Alzette. Die Stadt liegt südlich der Landeshauptstadt in einer freundlichen Landschaft zwischen dem Moseltal und den Ausläufern von Eifel und Ardennen. Seit dem Niedergang der Stahlindustrie wird die einstige Industrielandschaft mit viel Geschick zu einem Erholungsgebiet umgestaltet. Für den Süden des Großherzogtums ist Esch das regionale Einkaufszentrum.

Die luxemburgische Küche bzw. bekannte Köstlichkeiten
Wenn wir an Luxemburg denken, so fällt uns sicherlich nicht sofort die Kulinarik ein. Doch das kleine Land liegt nicht nur geografisch ziemlich genau dort, wo man das Herz Westeuropas verortet, sondern es vereinigt auch gastronomisch einige der besten Eigenschaften, die seine Nachbarländer zu bieten haben: französische Raffinesse, deutsche Deftigkeit und die belgische Vorliebe für exzellente Schokolade und Kuchen. Die Speisen reflektieren eben Luxemburgs Position an den Grenzen zu der französischen und der deutschen Küche. Seit den 1960er Jahren gibt es durch den ständigen Zuwachs an Einwanderern starke Einflüsse der portugiesischen und der italienischen Küche.

Direkt in der Altstadt der Hauptstadt wird man auf das Nationalgericht „Rieslings-paschtéit“ aufmerksam, denn hier befindet sich das Traditionsdelikatessengeschäft des Guill Kaempffs, Erfinder des länglichen Blätterteiggebäcks. In praktisch jeder Bäckerei kann man dieses raffinierte Fast Food heutzutage kaufen. Allerdings wird es aus Kostengründen meist nicht mit Riesling, sondern mit der preiswerteren Rebsorte Elbling hergestellt.

Wir haben beliebte landestypische Gerichte für Sie zusammengestellt. Es sind Judd mat Gaardebounen, geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen sowie Bouneschlupp, eine Bohnensuppe mit Kartoffeln, und die sogenannten Kniddelen, große Knödel bestehend aus Mehl, Wasser, Eiern und Salz und als Desserts eine Quetschentaart. Als weitere regionale Spezialitäten sind Ardennenschinken, Schwein in Aspik, Riesling-Pasteten, Krebse und Hechte sowie gebackene Fische aus Mosel und Untersauer bekannt. Eine international berühmte Spezialität ist der sogenannte Kachkéis, ein gekochter Käse, der mit Gewürzen verfeinert, oft auch mit (luxemburgischem) Senf bestrichen gegessen wird.

Die luxemburgische Landwirtschaft trägt ihren Teil zum guten Essen bei. So wurde 1994 das Qualitätsprogramm „Produit du terroir“ aufgelegt, das garantiert, dass die landwirtschaftlichen Produkte aus der Region stammen.

Gudden Appetit!