Maltesische Grüße aus Eschborn

Die europäische kulinarische Rezeptesammlung möchten wir mit Grüßen aus Malta, dem kleinsten Mitgliedsstaat der EU, fortsetzen. Denn wie heißt es so schön - die Geschichte eines Landes lernen Sie in einer Bibliothek, aber die Menschen lernen Sie nur über ihre Küche kennen. Es erwartet Sie eine mediterrane Inspiration, mit einem Hauch von Orient.

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Kulinarische Reise durch Europa, Rezeptesammlung

Am 1. Mai 2004 trat Malta der Europäischen Union bei, deren kleinster Mitgliedsstaat es seither ist. Es gibt leider kaum kommunale Verbindungen zwischen Hessen und Malta, was vermutlich an der Kürze der Zeit liegt und daran, dass das Gründen von neuen Städtepartnerschaften aus der Mode geraten ist. Umso erfreulicher ist es, dass die Stadt Eschborn ihren Kreis an Partnerstädten um die maltesische Stadt Zabbar offiziell im Jahr 2010 erweitert hat. Der Städtepartnerverein Eschborn e.V. ist hier aktiv als Bindeglied tätig. In dieser Funktion wirkt der Verein an der Pflege und dem Aufbau von Beziehungen mit. Viele weitere Informationen zum Verein und der Städtepartnerschaft sind dem Internetauftritt www.staedtepartnerverein-eschborn.com zu entnehmen.

Malta – ein Inselstaat im Mittelmeer

Die Republik Malta ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer und besteht aus den drei bewohnten Inseln Malta, Gozo und Comino sowie aus den unbewohnten Kleinstinseln Cominotto, Filfla, St. Paul’s Islands und Fungus Rock. Mit rund 500.000 Einwohnern auf 316 Quadratkilometern Fläche gilt Malta als der Staat mit der fünfthöchsten Bevölkerungsdichte weltweit. Der Großteil der Bevölkerung konzentriert sich jedoch auf die Stadtregion um Valletta, die wiederum als die kleinste Hauptstadt Europas gilt.

Die maltesische Kultur wurde geprägt von den mediterranen Großreichen, etwa der Karthager, Römer, Byzantiner und Araber, zu denen die Inselgruppe in der Antike und dem Mittelalter gehörte; in Religion und Brauchtum ist sie vor allem vom römisch-katholischen Süditalien beeinflusst, sprachlich jedoch vom Arabischen.

Auch wenn sich das Land in einer rasanten Geschwindigkeit der Modernisierung hingegeben hat, wird das traditionelle Leben auf Malta noch immer gelebt. Die maltesischen Bräuche sind in der ländlichen Folklore und der Religion stark verwurzelt und fest im Alltag integriert. Ein Großteil der Kleinkinder wird römisch-katholisch getauft und diese Zeremonie wird selbstverständlich mit Familie, Freunden und natürlich mit vielen Speisen und Getränken gefeiert. Kurz darauf, in der Regel zum ersten Geburtstag des Kindes, praktizieren die Malteser einen eher unbekannten Brauch, den il-quċċija. Bei diesem Brauch krabbelt das Kind auf eine Reihe von Objekten zu und wird unter Zurufen von Familie und Freunden ermutigt, eines der Objekte auszuwählen. Dieser Tradition nach repräsentiert das gewählte Objekt die berufliche Zukunft des Kindes. Typische Objekte sind Rosenkränze, die für eine geistliche Ausbildung stehen, ein hart gekochtes Ei, das Wohlstand symbolisiert und weitere Objekte, die manchmal recht modern sind, wie zum Beispiel ein Taschenrechner, der eine Karriere im Finanzbereich vorhersagt.

Da wir uns hier hauptsächlich auf die Kulinarik konzentrieren wollen, fangen wir mit dem Namen an, denn Malta geht auf das griechische Wort μέλι /meli, was “Honig” bedeutet, zurück. Abgesehen vom Wetter ist auch das Essen auf den maltesischen Inseln ausgezeichnet – mediterran, aber mit einem Hauch Orient. Es gibt hervorragenden Wein, sehr gutes Olivenöl auf Gozo und die Backwaren sind absolut unübertroffen.

Die maltesische Küche ist sehr gemüseorientiert, es werden Tomaten, Zucchini, Bohnen, Erbsen, Möhren, Zwiebeln, Paprika, Spinat und Artischocken, aber auch Kohl und Blumenkohl verwendet. Häufig isst man dort, wie in fast allen Mittelmeerküchen, Oliven, Olivenöl und Brot. Da Fleisch auf der Felseninsel rar ist, wird vorwiegend Fisch zubereitet. Im Sommer und Herbst zur Fangzeit der Goldmakrele (Coryphaena hippurus), findet man den Fisch namens Lampuki auf vielen Speisekarten. Die Goldmakrele ist der Nationalfisch Maltas und wurde bis zur Euroeinführung auf Malteser 10-Cent-Münzen geprägt.

Wir haben vier landestypische Gerichte für Sie zusammengestellt.

  • Aljotta, eine sehr würzige Fischsuppe mit Knoblauch, Peperoni, Tomaten, Reis und viel gehacktem Majoran oder Petersilie.
  • Brungiel mimli, gebackene Auberginen, gefüllt mit Fleisch.
  • Bigilla, eine schwere Paste aus dicken Bohnen mit Knoblauch.
  • Pastizzi, Blätterteig gefüllt mit Ricottakäse oder Erbsenmus

Viel Freude beim Nachbacken und Nachkochen!

Guten Appetit, oder wie die Einheimischen sagen: "l-ikla t-tajba".