Polnische Grüße aus Grünberg

Unsere Rezeptesammlung möchten wir mit Inspirationen unseres Nachbarlandes Polen fortsetzen. Für alle, die an den Feiertagen nicht ausreichend geschlemmt haben und die Zeit vor der Fastenzeit noch nutzen möchten, haben wir hervorragende Rezepte bereitgestellt.

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Kulinarische Reise durch Europa, Rezeptesammlung

Die kulinarische Inspiration zu Jahresanfang 2021 möchten wir Ihnen in Kooperation mit dem Arbeitskreis Städtepartnerschaft Grünberg e.V. zur Verfügung stellen.

Der Verein ist im Dezember 1991 gegründet worden. Zweck des Vereins war, die mit der südfranzösischen Stadt Condom geknüpften Beziehungen zu festigen sowie Partnerschaften mit anderen Städten aufzubauen und zu pflegen. So ist es auch gelungen, am 12. Oktober 1992 einen Partnerschaftsvertrag mit der polnischen Stadt Mrągowo zu schließen. Mrągowo zählt rund 22.000 Einwohner und liegt im historischen Ostpreußen, etwa 60 Kilometer östlich der Stadt Olsztyn (Allenstein) am Rand der Masurischen Seenplatte zwischen dem Czos- und dem Juno-See.

Im Laufe der fast 30 Jahre Vereinsgeschichte haben eine Vielzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger aus allen Kreisen der Bevölkerung und der Vereine mitgemacht, die Städtepartnerschaften mit Leben gefüllt und einen Beitrag auf dem Weg in das vereinte Europa geleistet.

Polnische Küche
Es gibt kaum ein Land in Europa, in dem so viel Fleisch pro Kopf konsumiert wird, wie in Polen. Das deutsche Nachbarland hat eine große Auswahl unterschiedlicher Fleischgerichte zu bieten. Die polnische Küchenkunst allein auf diese Speisen zu reduzieren, würde ihr jedoch bei Weitem nicht gerecht werden. Denn die polnische Küche ist vielseitig, viele Spezialitäten sind wahre Exportschlager und erfreuen sich auch im Ausland hoher Beliebtheit.

Die polnische Küche ist mit den Küchen der östlichen Nachbarländer Polens verwandt, weist aber auch zu den mitteleuropäischen und skandinavischen Küchen einige Parallelen auf. Lange Zeit war Galizien, eine historische Landschaft in der Westukraine und in Südpolen, den verschiedenen kulinarischen Einflüssen ganz Österreich-Ungarns gegenüber aufgeschlossen. So findet man im Karpatenvorland ungarisches Gulasch ebenso wie Wiener Schnitzel, Eisbein, Pischinger Torte, Schmarrn, Spätzle oder ruthenische Piroggen. Eine traditionelle Speise der polnischen Küche ist die Wurst. Wurstwaren aus Polen zeichnen sich durch ihren hohen Fettanteil aus und unterscheiden sich wesentlich von den deutschen Wurstspezialitäten.

Hauptgewürz neben Pfeffer ist in Polen der Majoran. Auch Dill, Piment, Muskatnuss und Petersilienwurzel sind Bestandteil zahlreicher Speisen. Salzkartoffeln etwa isst man bevorzugt als Dillkartoffeln mit zerlassener Butter. Smietana – schmandartige süße oder saure Sahne findet man auch stets auf den Esstischen.

Die deutschen Nachbarn lieben ihr deftiges, nährendes Frühstück, denn es wird meist Brot mit Wurst, Weißkäse und Käse sowie frischen Gurken, Tomaten und Zwiebeln, sonntags ergänzt mit Rührei, gefrühstückt.

Die Hauptmahlzeit des Tages ist warm und wird in der Regel am späteren Nachmittag eingenommen. Sie besteht im Allgemeinen aus einer Suppe und dem Hauptgericht. Polnische Suppen sind selten vegetarisch, meist wird als Suppengrundlage Rindfleisch (Suppenfleisch), Geflügel oder Schweinefleisch (Speck, geräucherte Schweinerippchen) verwendet.

Wir möchten nicht versäumen zu erwähnen, dass der Kuchen eine wichtige Rolle spielt und im Alltag fast täglich gegessen wird. Ebenso wie andere Konditoreiwaren ist er auch Bestandteil der polnischen Geschäftskultur. Die beliebtesten Kuchensorten sind Sernik, ein Käsekuchen mit Schokoglasur, und Makownik, traditioneller Mohnkuchen aus Hefeteig und Mohnmasse.

Abends ist erneut eine Mahlzeit mit Brot und Wurst üblich, dazu Gemüse wie z. B. Salzgurken und marinierte Pilze. Es sei denn, es werden Familie oder Freunde zum Abendessen erwartet. Den meisten Polen sind ihre Familien und die Gastfreundlichkeit mehr wert als Geld und ihre berufliche Stellung. Laut Meinungsumfragen ist den Polen von allen Werten ein harmonisches Familienleben am wichtigsten. Mit seiner Scheidungsrate liegt Polen im Europavergleich weit hinten, was mit Sicherheit auf die große Bedeutung der Religion im Leben zurück zu führen ist. So ist zum Beispiel der Namenstag wichtig wie in keiner anderen Kultur. Es ist der Tag, an dem das Kind seinen zweiten Namen erhält – anlässlich der Taufe, für die eine Heerschar an Schutzpatronen mit ihren Vornamen zur Auswahl steht. Der oder die Heilige, deren Vorname dem Kind gegeben wird, soll es sein Leben lang beschützen und gut versorgen. Folgerichtig wird auch der Namenstag gefeiert und es gibt mehr Geschenke als am Geburtstag.

Kommen wir zurück zur Kulinarik, denn es heißt: nach Polen zu kommen, ohne das aus Sauerkraut, Kohl und das aus verschiedenen Sorten gehackten Fleisches zubereitete Bigos zu kosten, wäre wie ein Paris-Besuch ohne Eiffelturm-Besteigung. Einst war Bigos ein Gericht der Jäger, das man nach der Jagd reichte.

Wir haben vier typische Gerichte für Sie zusammengestellt und die Sammlung mit Gołąbki – den Wirsingkohlrouladen, mit Żurek – einer Suppe, und mit leckeren Faworki – dem Schmalzgebäck, erweitert.

Viel Freude beim Nachbacken, Nachkochen und natürlich: Beim Genießen!

Und denken Sie daran, dass es zu der polnischen Kultur gehört, die Gastgeber für den herrlichen Empfang zu loben. Die Polen sind davon überzeugt, dass sie zu den außergewöhnlich gastfreundlichen Nationen gehören. Und sie lieben es, darin bestätigt zu werden. Das kommt nicht von ungefähr. In der Vergangenheit pflegten ihre Vorfahren zu sagen: „Gast im Haus, Gott im Haus“!

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr! Szczęśliwego Nowego Roku!