Slowenische Grüße aus Wiesbaden

Der Prešeren-Tag am 08.02.2021 ist ein gesetzlicher Feiertag in Slowenien. Er wird zu Ehren des bekannten slowenischen Dichters Dr. France Prešeren gefeiert, welcher am 8. Februar 1849 verstarb. Für die Slowenen ist er von großer Bedeutung, da seine Werke einen großen Beitrag zur Stärkung des slowenischen Nationalbewusstseins und der kulturellen Identität geleistet haben. Sein Gedicht „Zdravljica“ wurde nach der Unabhängigkeit Sloweniens zur Nationalhymne.

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Kulinarische Reise durch Europa
Slowenische Küche

Seine Poesie und sein Schaffen in Form unzähliger Gedichtbände und wundervoller Sonetten sind weltweit bekannt, deshalb möchten wir uns nun dem EU-Mitgliedsstaat Slowenien widmen.

Slowenien ist das viertkleinste Land der Europäischen Union. Am 1. Juli 2020 hat es gemeinsam mit Deutschland und Portugal die Triopräsidentschaft im Rat der EU übernommen. Die drei Staaten haben im Vorfeld ein gemeinsames Programm erarbeitet, mit dem sich der Rat in den insgesamt 18 Monaten befasst. Mehr dazu erfahren Sie unter der Beschreibung der Ratspräsidentschaft.

Zurückkommend auf die Besonderheiten Sloweniens muss man nennen, dass der Staat reich an Tier- und Pflanzenarten ist. Um Braunbären zu sehen, muss man nicht bis nach Kanada reisen: Mehr als 500 dieser Raubtiere leben in Slowenien. Mit seinen endlosen Wäldern bietet das Land den Tieren einen hervorragenden Lebensraum. Mehr als 60 Prozent der Staatsfläche sind bewaldet.

Die Slowenen lieben ihren Wein: Auf 75 Einwohner kommt je ein Weinberg. Übrigens: in der slowenischen Stadt Maribor, die mit der hessischen Stadt Marburg verschwistert ist, gibt es den angeblich ältesten Wein der Welt, den Zametovka. Er ist mehr als 400 Jahre alt. Nur 23 km entfernt liegt auch die älteste slowenische Stadt Ptuj.
Bei einem Streifzug durch Slowenien werden Sie häufig auf den Namen France Prešeren treffen – bei Namen von Straßen, Gebäuden, Plätzen bis zu kulturellen Einrichtungen und sogar kulinarischen Spezialitäten. Slowenien ehrt seinen größten Dichter, so hat er in fast jedem Stadtzentrum ein Denkmal und ist verewigt auf der slowenischen 2 Euro Münze. In ganz Slowenien ist üblicherweise am 8. Februar der „Tag der offenen Tür“ – alle Museen und kulturellen Einrichtungen, Schlösser, Burgen und Ausstellungen, laden ein zu einem kostenlosen Besuch.

In der Hauptstadt Ljubljana, die als die Stadt der Drachen gilt, verbrachte der Dichter den Großteil seines Lebens. Das Stadtsymbol in Form eines Drachen ist nicht nur auf dem Wappen vertreten, nach ihm wurde auch die berühmte Drachenbrücke benannt. Außerdem findet hier jedes Jahr im Winter der große Drachenkarneval statt.

Die hessische Hauptstadt Wiesbaden ist mit Ljubljana (Laibach) partnerschaftlich verbunden. Kooperationen in kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen prägen die 1977 proklamierte Städtepartnerschaft zwischen den beiden Hauptstädten. Weitere Informationen finden Sie in unserer Zusammenfassung.
Typische Speisen der Stadt Ljubljana sind Krainer Wurst, süße oder salzige Teigrollen mit Quarkfüllung namens Štruklji und Ričet, ein Graupeneintopf. Die Einwohner von Ljubljana werden in anderen Teilen Sloweniens gern als „Žabarji“ (Froschleute) bezeichnet und in einigen Gaststätten der Stadt kann man Froschschenkel als Speise serviert bekommen. Ansonsten ist Ljubljana als Hauptstadt sowohl vom Zusammenspiel kulinarischer Ansätze aus aller Welt als auch von lokaler Originalität geprägt. Wenn Sie bereits neugierig sind, so probieren Sie bei Ihrer nächsten Reise süße Leckereien, wie die Quarkpfannkuchen „Ljubljanske palačinke“ oder die berühmte Buchweizenbiskuittorte „Torta Ljubljana“. Und da kommen wir schon zu Besonderheiten der slowenischen Küche.

Slowenische Küche:
Die Gaumenfreuden der Regionen am Fuße der Alpen hängen mit den Almen zusammen, auf denen schon seit Jahrhunderten Kühe und Kleinvieh weiden. Ihre Milch ist die Basis für Käsespezialitäten, wie die als Trniči bekannten Käselaibchen von der Hochalm Velika Planina und den berühmten Bohinjski Mohant, ein pikanter Käse mit geschützter geografischer Herkunftsangabe. Der Reichtum an Wild- und Gartengemüse ist die Quelle zahlreicher leckerer Eintöpfe und Minestronen. Hier, wo die jahrhundertelange Tradition des Pökelns und Trocknens von Fleisch zu Hause ist, müssen Sie auf jeden Fall Karstschinken, Pancetta und Schweinsnacken probieren.

Krainer Wurst, sicher die bekannteste slowenische Speise, wurde nach dem Land Krain benannt, welches zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte, die den Großteil des heutigen Sloweniens umfasst. Die Wurstsorte wird nach einem genau vorgeschriebenen Verfahren hergestellt, das auf einem Rezept aus dem Jahre 1896 beruht. Im Jahre 2006 wurde die Krainer Wurst sogar im Weltall gegessen, denn die Astronautin Sunita Williams, mit slowenischen Wurzeln, brachte sie zur ISS.

Das Ritschert (Ričet) ist ein in den alpinen Gebieten Sloweniens und Österreichs, auch Bayerns verbreiteter Eintopf aus Graupen. Es ist eine deftige Speise, die eine sehr lange Geschichte hat. Es wird aus Rollgerste (Graupen), Bohnen und geräuchertem Schweinefleisch hergestellt.

Potizza ist der charakteristischste slowenische Hefekuchen. Man kennt mehr als 80 verschiedene Füllungen, zu den bekanntesten zählen Estragon-, Walnuss-, Speckgrieben- und Mohn-Potizza.

Auch Slowenien hat ihre Teigtaschen, die wir Ihnen natürlich auch vorstellen möchten. Idrijski žlikrofi sind mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen, die man unter anderem an ihrer unverwechselbaren Hütchenform erkennt. Sie können als Vorspeise, Beilage oder eigenständiges Gericht, mit Grieben oder Bakalca, einer Art Lamm-Ragout, gegessen werden. Das Gericht ist als garantiert traditionelle Spezialität geschützt, weshalb es nur von zertifizierten Kennern dieser slowenischen Köstlichkeit angeboten wird.

Die slowenische Inspiration möchten wir mit der berühmtesten und im ganzen Land beliebten Süßspeise „Prekmurska gibanica“, auch Vierlingsstrudel genannt, abschließen. Der kräftige Nachtisch, gefüllt mit Mohn, Quark, Walnüssen und Äpfeln, ist sogar mit dem amtlichen Gütesiegel "Anerkannte Bezeichnung mit traditionellem Renommee" geschützt, weshalb sie unter diesem Namen nur nach dem geschützten Originalrezept hergestellt werden darf. Zwei Teige und vier Füllungen, zu acht Schichten gestapelt und auf zweierlei Art übergossen – so üppig ist die geschützte Besonderheit aus Prekmurje, die in einer runden Tonform gebacken wird. „Selbst im Himmel würde ich ihr nachtrauern, müsste ich sie auf Erden zurücklassen!“, schrieb ein slowenischer Schriftsteller über die Prekmurska Gibanica, aus dem Land an der Mur (ein Fluss, der durch Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn fließt).

Viel Vergnügen beim Nachkochen, Nachbacken und Genießen von:

  • Ričet – deftiger Eintopf
  • Potizza – vielseitiger Hefekuchen
  • Idrijski žlikrofi - slowenische Teigtaschen
  • Prekmurska gibanica – kräftiger Vierlingsstrudel

Guten Appetit - Dober tek!