Spanische Grüße aus Braunfels

Am 1. März 1983 wurde das Autonomiestatut unterzeichnet, in dem die Balearischen Inseln als autonome Region Spaniens anerkennt wurden. Also haben wir uns die spanische Küche näher angeschaut und laden Sie herzlich auf einen kurzen Überblick ein.

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Kulinarische Reise durch Europa
Spanische Grüße - Tapas

Der Tag der Balearen – Diada de les Illes Balears – ist im Nationalverständnis der Mallorquiner weitaus wichtiger als der spanische Nationalfeiertag im Oktober. Gedacht wird dem 1. März 1983, an dem das Regionalstatut – vergleichbar mit einer Landesverfassung in Deutschland – in Kraft trat. Überall auf den Inseln finden üblicherweise zahlreiche Feste statt. Auf Mallorca zum Beispiel ziehen die "gigantes y cabezudos" - Riesen mit großen Köpfen, in Trachten durch die Straßen. Dabei führen sie den "Ball de Bot", einen traditionellen mallorquinischen Volkstanz, auf.

Die vier Inseln, die zu Spanien gehören, sind trotz ihrer geografischen Nähe sehr unterschiedlich. Aufgrund ihrer exponierten Lage im Mittelmeer mussten sie im Laufe der Geschichte einige Invasionen über sich ergehen lassen. So auch heute: von den rund 14 Millionen Touristen kommen rund 11 Millionen nach Mallorca. Ibiza gilt als Party- und Aussteigerinsel. Menorca, das zwischendurch auch zu England gehörte, liegt am weitesten von Spanien entfernt, und wird häufig als Ziel für Aktivurlauber beworben. Die kleine Insel Formentera ist eher ruhig und unberührt.

Die Amtssprachen der Balearen sind Katalanisch und Castellano, also Kastillisch (Hochspanisch), obwohl jede Insel ihren eigenen Dialekt hat (mallorquín, menorquín, ibizenco). Die Flagge Spaniens, im Sprachgebrauch auch „la Rojigualda“ (sinngemäß: „die Rot-Goldgelbe“), wurde am 19. Dezember 1981 eingeführt. Die Nationalflagge besteht aus drei waagerechten Streifen in den Farben rot-gelb-rot, wobei der mittlere gelbe Streifen doppelt so breit wie die beiden roten ist. Die Farben rot und gelb sind seit dem Mittelalter die spanischen Nationalfarben. Sie gehen auf die Farben Kastiliens und Aragons zurück.

Das EU-Land Spanien, amtlich Königreich Spanien, spanisch Reino de España, ist ein Staat auf der iberischen Halbinsel im Südwesten Europas, mit den Balearischen Inseln im Mittelmeer, den Kanarischen Inseln im Atlantik und zwei Exklaven in Nordafrika. Spanien ist nach Frankreich das am zweithäufigsten besuchte Land der Welt. Also haben wir uns die spanische Küche näher angeschaut und laden Sie herzlich auf einen kurzen Überblick ein.

Spanische Küche - mehr als nur Tapas und Paellas

Die spanische Küche ist so vielfältig wie das Land selbst. Das spanische Gebiet ist in viele Regionen gegliedert. Diese verschiedenen Regionen haben auch unterschiedliche kulturelle Einflüsse und diese beeinflussen wiederum die Regionalküchen. Zahlreiche andalusische, kanarische, katalanische, mallorquinische und valencianische Spezialitäten finden ihren Weg auf die vielfältigen Speisekarten Spaniens.

Die südspanische Region Andalusien kann zum Beispiel mit einem Gericht auftrumpfen – Gazpacho. Die kalte Gemüsesuppe ist ein fester Bestandteil der Küche und verbunden mit viel Tradition. Durch die Besatzungszeit durch die Mauren flossen viele orientalische Einflüsse in die spanische Gegend. Diese zeigen sich vor allem in den köstlichen Desserts mit Honig und Mandeln. In der Küstengegend dominieren Fischgerichte.

Die valencianische Küche ist ländlich und unterscheidet sich ein wenig von den mediterranen Einflüssen der restlichen, spanischen Küchen. Gerade im Winter werden hier sehr viele Eintopfgerichte zubereitet. Kürbisse, Kichererbsen und Bohnen stehen zur Verarbeitung bereit. Das bekannteste Gericht der valencianischen Küche sind die Paellas, denn das Gericht hat hier seinen Ursprung. Der dafür nötige Reis, den die Mauren nach Spanien brachten, wird in der Umgebung des Albufera-Sees angebaut.

In dieser sonnigen Region Valencia leben die lebensfrohen Carcaixenter, die mit den hessischen Braunfelsern befreundet sind. Diese Freundschaft zwischen Braunfels und Carcaixent hat sich seit dem Jahr 1990 entwickelt und mündete 2017 schließlich in die offizielle Verschwisterung. Die Stadt im Osten Spaniens hat ca. 20.000 Einwohner und liegt etwa 50 km südlich von Valencia in der Ribera Alta comarca. Carcaixent wird deshalb auch "Herz der Ribera Alta" genannt. Als Hauptstadt Valencias war Carcaixent vom 13. bis 16. Jhd. für die Seidenraupenzucht bekannt. Diese Zeit führte zu einem Anstieg der Bevölkerung und der Wirtschaft. Immer mehr Menschen gingen in landwirtschaftliche Berufe. Noch heute schmücken viele imposante Gebäude aus der wirtschaftlichen Blütezeit die Stadt. Derzeit gibt es riesige Orangenplantagen, deren Früchte in die ganze Welt vertrieben werden und als Haupteinnahmequelle dienen.

Mehr Informationen zu Braunfels, dem dort sehr europäisch engagierten Partnerschaftsring Braunfels e.V. und der spanischen Stadt Carcaixent haben wir für Sie gesondert zusammengestellt.

Aber nun wenden wir uns wieder der spanischen Küche zu. Sie basiert auf vielen, aber wohl dosierten Gewürzen. Allgemein wenig Schärfe und eine Basis aus Olivenöl prägen die bekanntesten Mahlzeiten Spaniens. Im Allgemeinen werden Knoblauch bzw. Zwiebeln oft als Grundzutaten verwendet.
So zum Beispiel auch bei Chorizo, der spanischen Paprikawurst, die sowohl als Vorspeise als auch als Bestandteil eines Hauptgerichtes genossen werden kann. Je nach Geschmack wird sie süß oder herzhaft gewürzt und entsprechend zubereitet. Eine beliebte Zutat für die Chorizo ist beispielsweise Knoblauch. Dennoch bleibt der klassische Geschmack nach Paprika präsent.

Der Schafskäse Manchego, schon lange international bekannt, überzeugt vor allem mit seinem milden und frischen Geschmack. Manchego stammt aus der Region Kastilien-La Mancha.

Tortilla de Patatas ist auch unter dem Namen “Tortilla Española” bekannt und zählt zu den spanischen Nationalgerichten. Es ist ein aus Eiern und Kartoffeln gebratenes Omelett, das je nach Geschmack mit grünen Erbsen, gehackten Zwiebeln oder Knoblauch ergänzt wird. Der Ursprung dieses Gerichts liegt bei den Kartäusermönchen. Laut einer Legende wurde die heute bekannte Version erst im 19. Jahrhundert von einer Bäuerin zum ersten Mal zubereitet.

Das Meer ist die Vorratskammer der Spanier und das sieht man auch auf dem Speiseplan, vor allem auf den Inseln der Balearen. So werden die vielen Gemüsegerichte wie Fritada oder auch Paella gerne mit Fisch und Meeresfrüchten angereichert.

Die Essensgepflogenheiten der Spanier unterscheiden sich deutlich von denen der Deutschen. Insbesondere, was die Essenzeiten betrifft. Typischerweise fällt das Frühstück in Spanien sehr zurückhaltend aus. Meist wird lediglich zu einem Stück Gebäck, beispielsweise zu den beliebten Churros, gegriffen. Dafür gibt es während der Siesta (ab ca. 14 Uhr) ein reichhaltiges Mittagessen. Aufgrund des relativ späten Zeitpunktes des Mittagessens findet auch das Abendessen im Vergleich zu Deutschland spät statt. Vor 21 oder sogar erst 22 Uhr werden die Restaurants gar nicht erst aufgesucht. Und da kommen natürlich die sehr beliebten Tapas zum Zug. Traditionell werden spanische Tapas als Appetithäppchen zu Wein, Bier oder Tinto de verano – einer Mischung aus Rotwein und Zitronenlimonade – gereicht, um die Zeit bis zur Mahlzeit zu überbrücken.

Um die Entstehung der Tapas ranken sich einige Legenden. So soll etwa König Alfons X. von Kastilien während einer Krankheit gezwungen gewesen sein, zwischen den Mahlzeiten Wein und kleine Häppchen zu sich zu nehmen; nach der Kurierung soll er veranlasst haben, dass Wein künftig nur noch zusammen mit einer Kleinigkeit zu Essen serviert werden dürfe.

Eine andere Geschichte führt die Entstehung auf den Brauch zurück, alkoholische Getränke mit einem Deckel abzudecken; dieser sei zu Anfang mit Oliven beschwert worden, um nicht fortgeweht zu werden, und mit der Zeit seien die Beschwerungsmethoden immer einfallsreicher und kunstvoller geworden.

Alternativ heißt es, dass die Wirte in Spanien früher eine Scheibe Brot (Tapa) auf das Weinglas legten, um das kostbare Getränk vor lästigen Fliegen zu schützen. Dieser „Deckel“ wurde im Laufe der Jahre dann immer weiterentwickelt und entsprechend mit einer Olive oder Sardelle verziert. Eine weitere Geschichte führt die Tapas auf kleine Imbisse zurück, die Feldarbeiter zwischen den Mahlzeiten zu sich nahmen, um die Zeit zwischen den Hauptmahlzeiten zu überbrücken.

Wir haben gerne für Sie einige Inspirationen zusammengestellt:

  • Albondigas in Tomatensauce
  • Eingelegter Manchego
  • Pimientos de Padron

Schon gewusst? Ein leerer Teller bedeutet in Spanien normalerweise, dass man noch Nachschlag wünscht. Daher ist es üblich, ein wenig von der Mahlzeit übrig zu lassen, um zu signalisieren, dass Sie wirklich satt und zufrieden sind.

Spanien zum Nachkochen für zu Hause - der Partnerschaftsring Braunfels e.V. hat einige typisch spanische Gerichte für Sie zusammengestellt:

  • Gazpacho - die kalte Gemüsesuppe
  • Tortilla – Kartoffelomelett
  • Paella – Reispfanne
  • Tarta de Santiago –Mandelkuchen