Tschechische Grüße aus Fulda

St. Joseph´s Tag am 19. März hat in Tschechien eine besondere Bedeutung, denn in Tschechien haben die Namenstage einen vergleichsweise großen Stellenwert. Da der Name Josef/Joseph durch seine christliche Tradition sehr beliebt ist, etablierte sich dieser gesellschaftliche Feiertag. Schauen wir uns Tschechien etwas näher an.

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Kulinarische Reise durch Europa
Tschechische Gerichte

Der 19. März ist im Kirchenjahr der römisch-katholischen Kirche das Hochfest des hl. Josef. Die Tschechen und Mähren erinnern sich jedes Jahr am 19. März des St. Joseph's Tags (Den Svatého Josefa), ihrer Version des Patrick's Tags, wobei ihm eine geringere religiöse Bedeutung zukommt. Vielmehr ehrt dieser Tag einen der häufigsten Namen, Josef. Der Stellenwert des Namenstages (svátek) reicht zwar nicht an den des Geburtstages heran, dem wird aber so viel Bedeutung beigemessen, dass man ihn in der Regel irgendwie begeht und feiert. Für gewöhnlich wünscht man der Person einen glücklichen Namenstag und kauft ein kleines Geschenk wie Schokolade oder auch gerne Blumen. Hier ist es aber wichtig folgendes beachten: Verschenken Sie keine gerade Anzahl Blumen, solche Sträuße werden bei Begräbnissen genutzt. Nehmen Sie also ungerade Nummern (1, 3, 5...).

Der Volksmund sagt auch "Wenn es an St. Joseph schön ist, wird es für gewöhnlich ein gutes Jahr - Pěkně-li na Svatého Josefa, bývá dobrý rok“.

In Tschechien gibt es dafür viele Orte mit dem Namen Karl, benannt nach König Karl IV., z. B. die Karlsuniversität, der Karlsplatz und die berühmte Karlsbrücke in der Hauptstadt Prag mit ihren vielen Steinfiguren.

Neben dem wunderschönen Prag gibt es viele andere Dinge in Tschechien zu sehen. Da gibt es reizvolle kleine Städte voller historischer Schätze, da gibt es unzählige Schlösser, friedliche Berge, Wälder, Seen, Dörfer, Menschen und Traditionen. Viele Tschechen besitzen Wochenendhäuser mit kleinen Gärten oder bewirtschaften ein Stück Land in einer Schrebergartenkolonie am Stadtrand. Beliebte Freizeitbeschäftigungen sind Aktivitäten in der Natur wie z. B. Wandern, Zelten, Baden im See, Beeren- und Pilzesammeln. Neben Fußball wird in Tschechien viel Eishockey gespielt. Da die zahllosen Seen im Winter oft zufrieren, lernen die Kinder schon früh Schlittschuhlaufen.

Angrenzende Länder sind Österreich, Slowakei, im Westen Deutschland mit dem verbindenden Böhmischen Wald und dem Erzgebirge, und im Norden, an der Grenze zu Polen, befindet sich das Riesengebirge. Dort steht der höchste Berg des Landes, der Schneekoppe.

Tschechien ist seit 01. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union. Die offizielle Währung ist die tschechische Krone (koruna), abgekürzt Kč, mit der internationalen Abkürzung CZK. Das Kleingeld heißt Háleru (Heller).

Die Flagge Tschechiens ist dieselbe, die bereits die Tschechoslowakei seit dem 30. März 1920 verwendet hat. Das Wappen Böhmens, das sich auch im Wappen Tschechiens wiederfindet, lieferte die Farben Rot und Weiß für die Nationalflagge. Das blaue Dreieck stand ursprünglich für den slowakischen Landesteil der Tschechoslowakei, wird aber auch als Farbe für Mähren interpretiert. Im Volksmund heißt es, blau steht für die Berge und den Himmel, rot für das vergossene Blut und weiß für die friedliche Zukunft. Nach der Auflösung der Tschechoslowakei 1993 entschied man sich in Tschechien, die Flagge beizubehalten

Die Flucht und Vertreibung nach 1945 haben zu zahlreichen Massentransporten nach Deutschland geführt und so waren 1.200 Sudetendeutschen aus Litoměřice (deutsch Leitmeritz) in Fulda angekommenen. Die Stadt Fulda habe 1961 unter Federführung des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Alfred Dregger die Patenschaft für die Stadt Leitmeritz begründet. Darauf aufbauend habe sich eine Städtepartnerschaft zwischen Fulda und Leitmeritz entwickelt, die im Jahr 2001 vereinbart worden sei. Um diese Partnerschaft mit Leben zu erfüllen, habe sich der Freundeskreis Fulda-Leitmeritz/Litomerice e.V. gegründet, der sich sehr bemühe, Kontakte zwischen der Fuldaer und Leitmeritzer Bevölkerung herzustellen und die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklung im heutigen Leitmeritz zu unterstützen.

Die Tschechische / Böhmische Küche ist sicherlich nicht die beste Wahl für Vegetarier, jedoch haben sich die tschechische Koch- und Essgewohnheiten in letzter Zeit zugunsten einer gesünderen Lebensweise verändert, aber die traditionellen tschechischen Gerichte und Rezepte erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit und sind im Allgemeinen kalorienreich, fettig und sehr zuckerhaltig. Saucen und Gewürze sind extrem beliebt. Die Küche ist vor allem mit der österreichischen und der ungarischen, aber auch mit der bayerischen, sächsischen und schlesischen Küche verwandt.

Im fruchtbaren, von einem Mittelgebirgskranz eingeschlossenen Böhmischen Becken war das Angebot an Feldfrüchten, Obst, Gemüse, Beeren, Pilzen, Fischen und Wild schon immer vielfältig. Die Landwirtschaft lieferte ausreichend Getreide und Fleisch, vorwiegend von Schwein und Rind. Dementsprechend üppig entwickelte sich auch der Speisezettel der böhmischen Küche.

Gewürze spielen in der tschechischen Küche eine sehr wichtige und fast schon eine übergeordnete Rolle. Salz, Pfeffer und Knoblauch gehören hier zu den Standardgewürzen. Allerdings werden ebenso sehr gerne die Gewürze Kümmel, Liebstöckel, das auch als Maggiekraut bekannt ist verwendet, wie auch Majoran und das altbewährte Piment. Für die vielen angebotenen Saucen in der tschechischen Küche gibt man hier als Gewürze noch die Kräuter Thymian, Dill, getrocknete Pilze und genauso den beliebten Meerrettich hinzu. Da sehr viel Fett verwendet wird, wird unter anderem auch mit Rosmarin gewürzt, der ja zur leichteren Verdauung der Speisen beiträgt. Zu der traditionellen Zubereitungsart der tschechischen Speisen gehört aber auch die Verwendung der Dickmilch und der Sauermilch

Ein typisch tschechisches Essen startet üblicherweise mit einer Suppe (polévka). Im tschechischen Volksmund gibt es einen Spruch: „polívka je grunt, maso je špunt“, was frei so viel bedeutet wie „Suppe der Grund, Fleisch der Spund“. Einige bekannte tschechische Suppen sind Kartoffelsuppe (bramborová polévka), Knoblauchsuppe (česnečka), Hühnerbrühe mit Nudeln (kuřecí polévka s nudlemi), Sauerkrautsuppe (zelňačka) und eine leckere Dillsuppe, wird mit saurer Milch hergestellt (koprovka).

Der Hauptgang (hlavní chod) besteht für gewöhnlich aus Fleisch (maso). Die Vegetarier erfreuen sich an dieser Stelle über den bekannten gebackenen Käse. Fischgerichte sind weniger häufig.

Zu Fleischgerichten mit Saucen werden als Beilage überwiegend Böhmische Knödel, zu Gerichten mit Bratensaft Kartoffeln oder Kartoffelpüree serviert. Im Bereich der Teigwaren sind traditionell nur Bandnudeln (nudle) mit Ei üblich, die mit Vorliebe auch quadratisch geschnitten werden und dann Fleckerl (fleky) heißen.

Der Schweinsbraten (vepřová pečeně) bildet die Grundlage für das tschechische Nationalgericht schlechthin: vepřo-knedlo-zelo also „Schweinefleisch-Knödel-Kraut“. Das eher fettere Fleisch mit Schwarte wird mit Knoblauch eingerieben. Beilage sind Böhmische Knödel und Sauerkraut oder frisch gekochtes Kraut mit Speckwürfeln und Kümmel. Vepřo-knedlo-zelo

Böhmische Knödel ist eine Sammelbezeichnung für tschechische Knedlíky. Gemeinhin versteht man im gewöhnlichen Sprachgebrauch darunter eine Variante des Hefekloßes, der besonders zubereitet und geformt wird. Sie werden in länglicher Laibform gekocht und in Scheiben geschnitten, falls von Hand, dann vornehmlich mittels Zwirn.

Das Dessert (moučník) gibt es in vielfältigen Varianten; da oftmals Butter (máslo) und Schlagsahne (šlehačka) verwendet werden, neigt es dazu, schwer und fettig zu sein. Aus dem Volkmund heißt es „Bez práce nejsou koláče“ - ohne Arbeit, kein Kuchen. Das deutsche Äquivalent zu dem Spruch ist: Ohne Fleiß kein Preis.

Süßer Scheiterhaufen ist eine tschechische Süßspeise namens Žemlovka oder Zemlbába; auch bekannt als Semmelbaba. Das Wort bába steht für Großmutter, altes Weib. Hier werden älteren Brötchen (Semmeln) mit Äpfeln, sowie Zucker, Zimt, Rosinen in einem Bräter geschichtet und mit einem Milch-Eier-Gemisch durchtränkt. Weitere beliebt Desserts sind Honigkuchen, genannt Medovník, Heidelbeerknödel (borůvkové knedlíky) und natürlich Apfelstrudel (jablečný závin).

Wir haben vier Rezepte für Sie vorbereitet:

  • Bramborová polévka - Kartoffelsuppe
  • Vepřová pečeně – Schweinsbraten
  • Knedlíky - Böhmischen Knödel
  • Žemlovka – süßer Scheiterhaufen

Guten Appetit und Dobrou chuť!