"Wir müssen jetzt Antworten auf die wichtigsten Herausforderungen der EU finden"

Europaministerin Lucia Puttrich: „Zu Beginn der neuen Legislaturperiode wird die Zukunft Europas definiert“ / Elfter Europäischer Salon in der Hessischen Staatskanzlei mit Partnerland Finnland

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11. Europäischer Salon
Pianistin Helena Maffli und Sopranistin Sini Rautavaara

WIESBADEN. Beim elften Europäischen Salon in der Hessischen Staatskanzlei hat die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich die Themen skizziert, die aus hessischer Sicht zentral für die Agenda der künftigen EU-Kommission sein werden. Nach der personellen Aufstellung des „Team Europa“ gelte es zügig über die wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft der Europäischen Union zu diskutieren und in die inhaltliche Auseinandersetzung darüber einzutreten. Dazu zählten die Bereiche Klimaschutz, Sicherheit, Migration, Mobilität, Digitalisierung sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Europäischen Binnenmarktes.

„Wir haben uns Finnland als Partnerland für diesen elften Europäischen Salon gewünscht, da wir so einen weiteren Einblick in die kulturelle Vielfalt Europas und die eines faszinierenden Mitgliedsstaates gewinnen. Gleichzeitig hat Finnland in dieserspannenden Phase die Europäische Ratspräsidentschaft inne und gibt politisch maßgebliche Impulse für das Arbeitsprogramm der EU“, so Lucia Puttrich.

Die Europaministerin betonte in ihrem Grußwort, dass sie sich darüber freue, dass an der Spitze der nächsten Europäischen Kommission erstmals eine Frau stehen wird. „Ursula von der Leyen hat bereits deutlich gemacht, welche Prioritäten sie in der inhaltlichen Debatte der kommenden Monate sieht. Dabei spielt die Klimapolitik eine ebenso gewichtige Rolle wie für die finnische Ratspräsidentschaft, die ihre Arbeit unter das Motto «Ein nachhaltiges Europa - eine nachhaltige Zukunft» gestellt hat. Ich teile die Einschätzung ausdrücklich, dass wir eine ehrgeizige Klimapolitik brauchen und dem Kampf gegen den Klimawandel oberste Priorität in der neuen Legislaturperiode einräumen müssen,“ sagte die Europaministerin in ihrem Grußwort.

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Finnland seien traditionell eng und freundschaftlich, erklärte Lucia Puttrich weiter. Letztes Jahr konnte das 100-jährige Jubiläum zur erstmaligen Aufnahme der bilateralen Beziehungen zwischen Finnland und Deutschland gefeiert werden. Darüber hinaus sei man auch wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Das lasse sich unter anderem daran ablesen, dass die deutschen Ostseehäfen einen eigenen Skandinavienkai eingerichtet haben, der den größten Fährhafen Europas darstellt und Bezugspunkt für die Handelspartner in Finnland sei. Der Deutsch-Finnischen Handelsgesellschaft gehörten 650 finnische und deutsche Mitgliedsunternehmen an.

In Hessen lebe eine äußerst engagierte finnische Gemeinschaft von aktuell 1.685 finnischen Staatsangehörigen. Mit einem Landesverein der Deutsch-Finnischen Gesellschaft, sowie der finnischen Handelsgilde in Frankfurt oder dem finnischen Schulverein, einer finnischen Kirchengemeinde und einem Sprachinstitut für skandinavische Sprachen werde diese sichtbar und bereichere das Land. Darüber hinaus pflegten 37 hessische Schulen partnerschaftliche Beziehungen zu finnischen Schulen, aus denen viele persönliche Freundschaften erwachsen.

Den kulturellen Teil des Programms bestritten die finnischen Künstlerinnen Sini Rautavaara (Sopran) und Helena Maffli (Klavier), sowie der aus Hessen stammende Finnland-Experte Benjamin Schweitzer. Verbindendes Element aller Künstler ist der Besuch der Sibelius-Akademie Finnland. Für den Europäischen Salon haben sie das Programm „(Fast) alles über Finnland“ – ein Vortrag mit Musik abgestimmt. Der finnische Honorarkonsul Dr. Kolster sprach ein Grußwort.

Der Europäische Salon ist eine Veranstaltungsreihe, bei der die kulturelle Vielfalt Europas im Mittelpunkt steht. Sie wird in Zusammenarbeit mit den konsularischen Vertretungen der EU-Mitgliedstaaten organisiert. Der nächste Europäische Salon findet am 1. November statt – Partner ist Belgien.

Die Künstler
Frau Sini Rautavaara ist seit ihrem Musikhochschulabschluss im Jahr 1988 als Gesangssolistin und als Lehrerin auf dem Gebiet der Erwachsenenpädagogik tätig. Als Sängerin erfuhr sie besondere Anerkennung durch ihre Sopranrollen in Opern des bekannten finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara.

Frau Helena Maffli ist studierte Konzertpianist. Bereits seit ihrer Jugend tritt sie als Solistin, Kammermusikerin und Klavierbegleiterin mit verschiedenen Solisten und Ensembles auf. Sie lehrt Klavier und Fachdidaktik, war bis 2018 Präsidentin der European Music School Union und ist aktuell Präsidentin des Schweizer Jugendmusikwettbewerbs.

Herr Benjamin Schweitzer, der in Marburg geboren wurde, studierte Komposition, Musiktheorie und Dirigieren und ist als freischaffender Komponist tätig. Zudem arbeitet er als Dozent, Fachautor, Übersetzer aus dem Finnischen und Musikorganisator. 2018 absolvierte er ein Zusatzstudium der Fennistik und Skandinavistik.