EU-Förderung an der "Gisselberger Spannweite"

Das Europanetzwerk organisierte mit dem Kooperationspartner Europe-Direct-Informationszentrum (EDIC) Gießen eine 7-km Tour entlang der Gisselberger Spanne (Weimar an der Lahn). Die Gäste des Netzwerkes konnten sich am 20. August 2020 ab 16:00 Uhr bei sonnigen Wetter und auf Abstand endlich wieder persönlich austauschen. Im Anschluss an die Wanderung waren die Gäste in das Gasthaus Ochsenburg, in 35096 Weimar (Lahn)  eingeladen. Wir freuen uns Sie bei der nächsten Wanderung begrüßen zu können. 

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Europanetzwerkwanderung am 20.08.2020
Begrüßung der Gäste durch Europaministerin Puttrich und Regierungspräsidenten Dr. Ullrich

Zum wohlverdienten Abschluss gab es auf Einladung der Ministerin kühle Getränke und kulinarische Versorgung und weitere Erläuterungen zur EU-Förderung des Projekts "Gisselberger Spannweite". 

„Gemeinsam. Europa wieder stark machen.“ ist das Motto der derzeit laufenden deutschen Ratspräsidentschaft. Denn eines ist in den letzten Monaten sehr deutlich geworden: Gemeinsam können wir viel erreichen. Gemeinsames Handeln kann viel bewirken. Und das es gemeinsam funktioniert, konnten die Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Gießen stolz berichten, die das Projekt "Gisselberger Spannweite" von Anfang an begleiteten. Denn bei diesem aufwendigen Projekt gab es einige Akteure. 

Beteiligte:

  • Europäische Union
  • Land Hessen
  • Regierungspräsidium Gießen
  • Universitätsstadt Marburg

    Finanzierung:

    • EU-Life Projekt „Living Lahn“
    • Integrierter Klimaschutzplan Hessen (IKSP)
    • Fischreiabgabe

    Das Projektziel ist die Verbesserungen der Strukturvielfalt an der Lahn und dem Lahnvorland südlich der Steinmühle in Marburg („Gisselberger Spannweite“). Die Renaturierungsstrecke hat eine Länge von 1,5 km. Das Projektgebiet bietet aufgrund der derzeitigen strukturarmen Biotopausstattung keinen besonders wertvollen Lebensraum. Die Strukturverbesserungen, wie Aufweitungen, Furkationsrinnen etc. werden bereits nach jetziger Planung wertvolle Habitate, insbesondere für Klimaverlierer der Avifauna nach Maßgabe des IKSP (L-14) liefern. Steilufer, die im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen geschaffen werden, können z.B. dem Eisvogel zum Bau von Nisthöhlen dienen. Auch viele weitere wassergebundene Arten, insbesondere Fledermausarten, wie die Kleine Bartfledermaus, der Große Abendsegler, die Rauhautfledermaus, die Mückenfledermaus, die Zwergfledermaus oder das Braune Langohr können prinzipiell von den Maßnahmen an der Lahn profitieren.

    Mit wenig Aufwand ist es darüber hinaus möglich, ergänzend gezielt Habitatstrukturen für weitere Arten zu schaffen, beispielsweise Habitate für die Kreuzkröte - ebenfalls „Klimaverlierer“ - die in einem Gewässer im direkten Umfeld vorkommt und weitere Trittsteine innerhalb ihres Biotopverbundes benötigt. Hochflutmulden, die als IKSP-Maßnahme nach L-14 vorgesehen sind, sollen der Kreuzkröte während der Laichzeit von Mitte April bis Mitte September als periodische Gewässer zur Verfügung stehen. Zur Verbesserung der Biotopverbundsituation der o.g. Klimaverlierer werden daher 635.000 Euro IKSP-Mittel in das Gesamtprojekt „Gisselberger Spannweite“ investiert.

    Die Umsetzung der Maßnahme „Gisselberger Spannweite“ ist eine „Aktion“ aus dem Integrierten Projekt LIFE „Lebendige Lahn“, welches durch die Europäische Kommission gefördert wird.

    Weitere Informationen zum EU- Life Projekt Living Lahn finden Sie unter www.lila-livinglahn.de.