„Estland ist Vorbild bei der Digitalisierung“

Europaministerin Lucia Puttrich erinnert beim Fünften Europäischen Salon an die jahrhundertealten Verbindungen zwischen Deutschen und Balten und hebt Estlands Rolle in der Europäischen Union hervor

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Europäischer Salon 10.11.2017
Honorarkonsulin Astrid von der Malsburg, Botschafter Dr. Mart Laanemäe, Europaministerin Lucia Puttrich sowie die Künstler Jüri Reinvere, Laura Lindpere und Florian Streich

WIESBADEN. Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat beim Fünften Europäischen Salon die Vorbildfunktion Estlands bei der Digitalisierung hervorgehoben. Das Land war Partner bei der Veranstaltung am Freitag in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden. „Estland ist ein kleines Land, dass zu den jüngeren Mitgliedern der Europäischen Union gehört. Aber bei der Digitalisierung, die für unsere Zukunft von entscheidender Bedeutung ist, machen Sie den meisten Ländern in Europa etwas vor“, sagte Puttrich. „Wofür wir hier in Deutschland noch aufs Amt gehen müssen, das funktioniert bei Ihnen schon online.“

Die Europaministerin erinnerte an die jahrhundertealten Verbindungen zwischen Deutschland und den baltischen Staaten, die in Estland und Lettland noch immer überall erkennbar seien. Viele Deutsch-Balten stammten ursprünglich aus Hessen. Heute sei Deutschland nach Finnland, Schweden und Lettland der viertgrößte Handelspartner Estlands. Etwa neun Prozent der estnischen Exporte gingen nach Deutschland, der Importanteil liege bei rund elf Prozent.

Hessen selbst sei unter anderem durch die Deutsch-Baltische Gesellschaft mit Estland verbunden, die ihren Sitz in Darmstadt hat, sagte Puttrich weiter. Das Bundesland Hessen hat 1990 die Patenschaft über die Gesellschaft übernommen und unterstützt sie finanziell.

Jüri Reinvere, Laura Lindpere und Florian Streich bestritten das künstlerische Programm des Abends. Jüri Reinvere ist Essayist, Pianist und Komponist und unter anderem Preisträger des estnischen Essayistenpreises 2017. Er las aus den beiden Essays „Erzähle mir, an was du dich erinnerst“ und „Teile und regiere“ und stellte sich Fragen der estnischen Honorarkonsulin Astrid von der Malsburg. Auf der Kannel, einer Art der Zither, die vor allem in Finnland, Estland und Karelien bekannt ist, spielte Laura Lindpere den „Ukuaru Walzer“ des estnischen Komponisten Arno Pärt. Gemeinsam mit dem Cellisten Florian Streich trug sie zudem Pärts „Spiegel im Spiegel“ vor. Deutsche und estnische Volkslieder bildeten den Abschluss.

Der Europäische Salon ist eine Veranstaltungsreihe, bei der die kulturelle Vielfalt Europas im Mittelpunkt steht. Sie wird in Zusammenarbeit mit den konsularischen Vertretungen der EU-Mitgliedstaaten organisiert. Astrid von der Malsburg, Honorarkonsulin Estlands in Hessen, sprach ein Grußwort.

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