Europaministerin Puttrich besucht zwei Unternehmen in Darmstadt

Europaministerin Lucia Puttrich hat am 16.03.2017 die Unternehmen „NanoScale Systems, Nanoss GmbH” und „EvoSense Research & Development GmbH“ in Darmstadt besucht. Beide Unternehmen entwickeln im Rahmen des Projekts „Cardio Watch for Continous Intra-Cardiac Blood Pressure Sensing“ (InCa) ein innovatives Verfahren zur kontinuierlichen Blutdruckmessung, um so einen Beitrag zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten von Herzinsuffizienz zu leisten: Die Europäische Union fördert das Projekt aus ihrem Forschungsförderungsprogramm „Horizont 2020“.

„Bei EU-Förderprogrammen denken wir oft an Landwirtschaft und Infrastruktur. Aber mir ist ganz wichtig, an diesem Beispiel zu zeigen, wie gerade kleine und mittelständische Unternehmen in der Hochtechnologiebranche von Unterstützung aus Brüssel profitieren können“, sagte Lucia Puttrich bei dem Besuch. Das große innovative Potenzial kleiner und mittelständischer Unternehmen zeige deren große Bedeutung für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Hessen. „Von hessischen Innovationen profitieren nicht nur die Region, sondern auch Deutschland und Europa nachhaltig.“

Rund 15 Millionen Menschen in Europa sind von einem höheren Risiko einer Herzinsuffizienz betroffen und durch das zunehmende Altersprofil der EU-Bevölkerung wird die Anzahl der Betroffenen in Zukunft weiter steigen. Herzinsuffizienz beschreibt eine verminderte Pumpfunktion des Herzens und ist eine der Hauptursachen für Krankenhausaufenthalte bei Patienten über 65 Jahren.

„Dieses richtungsweisende Forschungs- und Entwicklungsprojekt bedeutet einen großen Fortschritt für die Medizintechnik weltweit. Wenn es möglich ist, das Fortschreiten der Herzerkrankung durchgehend zu überwachen, können Krankenhausaufenthalte und früher Tod der Betroffenen drastisch reduziert werden“, sagte Puttrich.

Sowohl die Firma „EvoSense Research & Development GmbH“, die das Projekt „InCa“ koordiniert, als auch die beiden weiteren Partner im Konsortium, „NanoScale Systems GmbH” und die irische Firma „Trinitas Ventures Ldt.“ sind auf Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Nanosensoren-Technik spezialisiert. Gemeinsam arbeiten sie an der Entwicklung des weltweit ersten ultrakleinen Herzdruck-Sensors, der Patienten dauerhaft implantiert werden kann. Der Einsatz solcher Drucksensoren in der Medizintechnik ist heute nicht mehr wegzudenken.

Der Herzdruck-Sensor soll es Ärzten ermöglichen, jederzeit detaillierte Informationen über die Herzfunktion des Patienten abzufragen und so rechtzeitig entsprechende Medikationen oder Behandlungsmaßnahmen einleiten zu können. Ein Erfolgsfaktor bei der Entwicklung dieses interkardialen Blutdruckmessgerätes im Rahmen des Projekts „InCa“ ist die patentierte 3D-Nanoprinting-Technik der Firma NanoScale Sytems, Nanoss GmbH, die es ermöglicht neuartige und bewährte nanokörnige Materialien einzubinden und so hervorragende Leistungen bei der Miniaturisierung, Biokompatibilität und Energieeffizienz des Sensors zu erreichen.

Dr. Alexander Kaya, Geschäftsführer NanoScale Systems, Nanoss GmbH sagte: „Sensoren, die im Körper die Langzeitüberwachung von wichtigen Lebensfunktionen übernehmen, zählen nun seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den größten ungelösten Herausforderungen in der Medizintechnik. Erst durch die Kombination ausgeklügelter Technologien und den Zusammenschluss multidisziplinär arbeitender Experten werden echte Erneuerungen geschaffen, die den Patienten eine bestmögliche und schonende Therapie ermöglichen werden. Wir sind sehr glücklich, dass wir in diesem Bündnis von drei starken Partnerfirmen neue und innovative Impulse auf dem Weg dorthin geben können.“

Dr. Thorsten Meiß, Geschäftsführer der EvoSense Research & Development GmbH, die die miniaturisierte Elektronik und das Packaging des Sensors entwickelt, ergänzt: „Herzinsuffizienz betrifft über 15 Millionen Menschen in der EU. Es ist der häufigste Grund für Krankenhausaufenthalte in der Altersklasse über 65 Jahren. Studien zeigen, dass mit dem Sensor sowohl die Krankenhausaufenthalte und die Sterblichkeitsrate als auch die Gesundheitskosten deutlich reduziert werden können. Durch den Technologiesprung können wir die Lösung hoffentlich allen Patienten mit Bedarf zugänglich machen.“

Horizont 2020 ist das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation. Aus seinen Mitteln werden unter anderem kleine und mittlere Unternehmen gefördert, um ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Zugleich soll die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft im Europäischen Forschungsraum verbessert werden. 2016 wurden insgesamt 13 deutsche Unternehmen aus diesem Programm unterstützt. Die Europäische Union unterstützt das Projekt „InCa“ mit einer Summe in Höhe von 50.000 Euro.

Mehr zum EU-Förderprogramm Horizont 2020 finden Sie unter www.horizont2020.de.

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