Grund 20: Europa macht den Internet-Einkauf sicherer

Ein paar Schuhe oder Klamotten online bestellen und in Ruhe zu Hause probieren, Bücher und CDs per Mausklick ordern – diese Möglichkeit des stressfreien Einkaufs nutzen immer mehr Kunden von Onlinehändlern. Da der Online-Handel boomt, hat die EU neue Regeln für das Widerrufsrecht erlassen.

Die EU garantiert mehr Rechtssicherheit beim Online-Einkauf. Für Verträge, die ein Kunde im Internet, per Katalog oder Telefon mit einem Händler schließt, gilt ein einheitliches Schutzniveau. Dabei ist egal, ob das Unternehmen seinen Sitz in Deutschland oder in einem anderen EU-Land hat.

Um Abzocke zu verhindern und den Online-Einkauf sicherer zu machen, wurde eine „Button-Lösung“ eingeführt. Das heißt, per Mausklick müssen Kunden dem Kauf nun ausdrücklich zustimmen. Der Onlinehändler muss zum einen darauf hinweisen, dass Kosten anfallen, zum anderen muss er sich bestätigen lassen, dass der Verbraucher davon Kenntnis genommen hat. Das ist möglich mit einer Schaltfläche. Verstößt der Anbieter gegen die Button-Lösung, ist die Bestellung für den Verbraucher nicht bindend.

Hat der Online-Händler eine Hotline für Anfragen, darf der Verbraucher nur zum Grundtarif zur Kasse gebeten werden. Das heißt: kostenpflichtige Kundenhotlines (0180- oder 0900-Nummern) sind verboten. Der Händler darf vom Kunden nur dann Zuschläge für bestimmte Zahlungsarten, wie den Einsatz der Kreditkarte, verlangen, wenn er selbst dadurch höhere Kosten hat. Verlangt der Unternehmer Fracht oder Versandkosten, muss er den Verbraucher darüber klar informieren. Außerdem muss er sofort nach Eingang der Bestellung per Mail eine Bestellbestätigung schicken.

Der Händler muss die Ware innerhalb von 30 Tagen liefern, passiert das nicht, kann der Verbraucher an Tag 31 vom Vertrag zurücktreten.

Eine EU Richtlinie garantiert den Verbrauchern das Recht, sich im Streitfall an Online-Verbraucherschlichtungsstellen zu wenden (www.verbraucher-schlichter.de).