Nur gemeinsam kann sich Europa in der globalisierten Welt behaupten

Europa wird in den kommenden Jahrzehnten möglicherweise an Bedeutung in der Welt verlieren. Wie kann das sein? Grund dafür ist die demographische Entwicklung. Die Geburtenrate auf den anderen Kontinenten ist deutlich höher. Bis 2050 wird unter den führenden sieben Wirtschaftsnationen der Welt kein einziges EU-Land mehr sein. Aber die EU gemeinsam? Wir wären immer noch auf Augenhöhe mit den USA und China und können uns mit unseren Werten und Interessen behaupten.

Heute leben in der EU nach dem Austritt Großbritanniens rund 450 Millionen Menschen, das ist mehr als die Bevölkerung der USA und Japans zusammengenommen. Damit machen wir Europäer acht Prozent der Weltbevölkerung aus – 2050 wird der Anteil aber nur noch fünf Prozent betragen. Die Gesellschaft in Europa altert und es fehlen Arbeitskräfte für die Wirtschaft. Dennoch braucht die Welt "unsere Führung mehr denn je", sagt Ursula von der Leyen. "Wir müssen in dieser Welt auch weiterhin eine verantwortungsvolle Macht bleiben. Treibende Kraft für Frieden und Veränderungen zum Besseren hin sein". 

In einer globalisierten Welt mit ihren vielfältigen Herausforderungen ist kein EU-Staat mehr groß genug, um sich alleine zu behaupten und unseren Werten, die mit anderen Wertvorstellungen konkurrieren, Geltung zu verschaffen. Das geht nur im Verbund der EU. Der Rest der Welt erwartet von uns Einigkeit und Handlungsfähigkeit. Internationale Angelegenheiten, um die die EU sich kümmern muss, sind nicht nur auf aktuelle Fragen der Außen-und Sicherheitspolitik beschränkt, sondern betreffen die Schicksalsfragen der Menschheit:  „Klimaschutz, Entwicklungskooperation, ein nachhaltiger Welthandel, die Steuerung der Migration oder die multilaterale Zusammenarbeit, die zuletzt um die Folgen der Coronavirus-Pandemie zu überwinden.

Dass Europa deshalb funktionieren muss, liegt auf der Hand. Trotz zahlreicher Streitigkeiten und Krisen müssen sich die Staaten in ihrem eigenen Interesse zusammenraufen. "ja, es gibt Meinungsverschiedenheiten - ganz ohne Frage. Doch unsere Bande haben den Prüfungen der Zeit standgehalten", so von der Leyen. Die EU umfasst heute ein Europa von Lissabon bis Helsinki, von Dublin bis Sofia, vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer, von der Nord- und Ostsee bis ans Mittelmeer. Es sind Monarchien und Republiken, Nato-Staaten und solche, die es nicht sind. Die EU kann ihren Bürgerinnen und Bürgern dort Schutz anbieten – etwa bei äußerer Bedrohung oder den Folgen der Globalisierung – wo ihn der Nationalstaat nicht mehr leisten kann. Nur gemeinsam sind wir in dieser Welt noch souverän. Eine bessere Alternative zur europäischen Zusammenarbeit in der EU ist nicht in Sicht.