Europa leistet die meiste Entwicklungshilfe in der Welt

Im Kampf gegen die Armut in der Welt ist die Europäische Union tatkräftig: Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind die weltweit größten Geber von Entwicklungshilfe. 2018 stellten die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten insgesamt 74,4 Milliarden Euro bereit.

Bild 49.jpg

Grund 49: Europa leistet die meiste Entwicklungshilfe in der Welt
Grund 49: Europa leistet die meiste Entwicklungshilfe in der Welt

Mehr als die Hälfte der weltweit geleisteten Entwicklungshilfe kommt aus Europa. Ein Schwerpunkt ist der weltweite Kampf gegen die Erderwärmung und ihre Folgen. Auch in der Corona-Pandemie unterstützt die EU fragilen Staaten weltweit, ihre Bevölkerung zu schützen und die Gesundheitssysteme zu stärken.

Die EU fördert verantwortungsvolle Staatsführung, menschliche und wirtschaftliche Entwicklung und befasst sich mit globalen Themen wie der Bekämpfung von Armut, Hunger und der Erhaltung natürlicher Ressourcen. Ihre Entwicklungspolitik unterstützt die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) der Vereinten Nationen. Dazu gehört etwa, für Lebensmittel, sauberes Wasser und Schulen zu sorgen und Seuchen wie Aids zu bekämpfen, die Menschenrechte und die Demokratie zu verteidigen, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern und die Folgen von Klimawandel und Umweltproblemen anzugehen. Mit ihren Entwicklungsprogrammen unterstützt die EU in 160 Partnerländern die Umsetzung dieser Ziele.

Ein gutes Beispiel ist der Nothilfe-Treuhandfonds für Afrika. Er ist mit über 4,5 Milliarden Euro ausgestattet und kommt den 26 anfälligsten und am stärksten von Instabilität, Vertreibung und irregulärer Migration betroffenen afrikanischen Ländern zugute, wie etwa Burkina Faso, Mali oder Niger. Bis Ende 2019 wurden insgesamt 210 Maßnahmen in diesen Staaten genehmigt. Besonders intensive Beziehungen pflegt die EU zu fünf Ländern der Sahelzone. Im April 2020 stellte die EU diesen Staaten zusätzliche 194 Millionen Euro zur Verfügung. Neben Investitionen in die Sicherheitskräfte wird das Geld zur besseren Achtung der Menschenrechte und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in diesen Ländern eingesetzt.

„Die Situation in der Sahelzone verschlechtert sich ständig und die Coronavirus-Pandemie kann uns nicht vergessen lassen, wie ernst die Situation in einer Region ist, deren Herausforderungen auch unsere Herausforderungen sind. Die Sahelzone muss weiterhin ganz oben auf der internationalen Agenda stehen“, erklärt Josep Borrell, Hoher Beauftragter für Außen- und Sicherheitspolitik der EU.

Im Kampf gegen das Coronavirus will die EU Entwicklungsländer mit mehr als 15 Milliarden Euro unterstützen. Eine halbe Milliarde Euro soll kurzfristige Nothilfe finanzieren. Knapp drei Milliarden Euro sind für Forschung, Gesundheit und Wasserversorgung in Entwicklungsländern vorgesehen und rund zwölf Milliarden Euro sollen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen bewältigen.

Als wichtigster Handelspartner der Entwicklungsländer gewährt die EU ihnen zollfreien Zugang zum europäischen Markt. Solche Anreize sollen die dortigen Regierungen dazu bringen, internationale Standards etwa bei Grundrechten und Arbeitnehmerrechten zu übernehmen.

Damit die Projekte und Programme erfolgreich verlaufen, arbeitet die EU eng mit den Mitgliedstaaten, der Zivilgesellschaft und internationalen Partnern wie der OECD, der UNICEF und den Vereinten Nationen zusammen. „Ein starkes und geeintes Europa ist ein absolut grundlegender Pfeiler einer starken und effektiven Uno“, sagte Uno-Generalsekretär António Guterres 2017 im Europäischen Parlament.