Der Euro ist eine stabile Währung und bietet viele Vorteile

Der Euro ist eine stabile Währung und wird von den europäischen Regierungen verteidigt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zu Wirtschaftswachstum und zu niedriger Arbeitslosigkeit beigetragen.

Der Euro wurde als Gemeinschaftswährung 1999 eingeführt und ist seit 2002 als Bargeld im Umlauf. Erstmals seit 1500 Jahren haben die gleichen Münzen Geltung vom Mittelmeer bis zur Ostsee. In 19 der 27 EU-Länder zahlen 340 Millionen Europäer täglich mit der gemeinsamen Währung. 60 weitere Staaten und Gebiete haben ihre Währung an den Euro gekoppelt. 

Für die Europäer hat der Euro den grenzüberschreitenden Handel und das Reisen einfacher gemacht, weil sie kein Geld mehr tauschen müssen. Unternehmen müssen keine Wechselkursrisiken mehr absichern. Das führt allein für die deutsche Volkswirtschaft laut einer Berechnung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts jedes Jahr zu Einsparungen von 30 Milliarden Euro. Beim Einkauf im Ausland sind durch den direkten Preisvergleich viele Produkte für die Verbraucher günstiger geworden.

Der Euro ist eine stabile Währung. Die Inflation ist seit seiner Einführung wesentlich niedriger als in den Jahrzehnten zuvor. In den 20 Jahren vor der Euro-Einführung (1979 bis 1998) betrug die Teuerungsrate durchschnittlich 2,9 Prozent. Seit dem Euro-Start liegt sie im Euroraum im Schnitt bei 1,7 Prozent, in Deutschland bei 1,4 Prozent.  

Bis zum Corona-Schock 2020 hat Deutschland mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich zwei Prozent seit 2010 einen der länsten Wirtschaftsaufwünge der Nachkriegszeit erlebt. Die Arbeitslosigkeit fiel auf das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat entscheidend zu diesem Aufschwung beigetragen. 

Durch niedrige Leitzinsen und den Einsatz neuer geldpolitischer Instrumente hat die EZB den Euroraum in der Finanzkrise bewahrt und Finanzierungsbedingungen geschaffen, die Investitionen, Wachstum und neue Jobs im gesamten Euroraum fördern. Ohne die Geldpolitik der EZB hätte sich der Euroraum deutlich schlechter entwickelt: Das Wachstum und die Inflation wären geringer gewesen, die Arbeitslosenquete höher. 

Trotz dieser Erfolge ist die öffentliche Diskussion in Deutschland über den Euro und die gemeinsame Geldpolitik beherrscht von Erzählungen von einer angeblichen "Enteignung der Sparer", "Strafzinsen" und "Geldschwemme". Diese Narrative gehen weit hinaus über die sachlich durchaus berechtigte Kritik an den Nebenwirkungen der Geldpolitik. 

Nach dem Corona-Schock ist nach Ansicht der unabhängigen EZB die lockere Geldpolitik mit unkonventionellen geldpolitischen Instrumenten wie Ankaufprogrammen von Staatsanleihen wieter nötig, um stabile Preise im Euroraum nachhaltig zu sichern. Dass die Zinsen fast überall in der westlichen Welt niedrig sind, hat zudem strukturelle Gründe, die außerhalb der Kontrolle der Zentralbanken liegen: dem reichlichen Angebot an gespartem Kapital steht in weiten Teilen der industrialisierten Welt eine geringe Nachfrage gegenüber, da vergleichsweise wenig investiert wird. 

Dazu kamen die schmerzhaften Erfahrungen der Finanz-und Schuldenkrise, die ein beherztes Handeln der EZB erforderten. Auch die Euro-Staaten haben sich daran gemacht, ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen und die Geburtsfehler des Euro zu beheben. Zwischen 2011 und 2013 beschloss die EU neue, strengere Regeln für die gegenseitige Kontrolle der Staatsschulden und Haushaltsdefiziten. So muss jedes Land seinen Haushaltsplan in Brüssel vorlegen und muss bei

Durch die Disziplin der gemeinsamen Währung wird die Staatsverschuldung in der Euro-Zone gebremst, während sie zum Beispiel in den USA und Japan immer weiter zunimmt.