Europa unterstützt seine Landwirte beim Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit

Am Anfang der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik stand die Erinnerung an den Hunger der Nachkriegszeit. Dass die Bauern die Bevölkerung sicher versorgen können, ist bis heute ein zentrales Ziel der EU-Agrarpolitik. Seither sind neue Schwerpunkte hinzugekommen. Vor allem: mehr Nachhaltigkeit und der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft im ländlichen Raum.

Im Rahmen des europäischen Grünen Deals unterstützt die EU ihre Landwirte dabei den Wandel hin zu nachhaltigeren und ökologischeren Lebenmittelketten zu meistern. 

Die EU fördert ihre Bauern in großem Umfang: Der Anteil der traditionellen Agrarpolitik sinkt zwar auf weniger als ein Drittel des EU-Budgets, doch es werden in den kommenden Jahren immer noch jährlich um die 50 Milliarden Euro in die Landwirtschaft fließen. Bis 2020 standen für Deutschland jedes Jahr etwa 6,35 Milliarden Euro aus den EU-Landwirtschaftsfonds zur Verfügung. Das heißt konkret: jeder Landwirt erhielt jährlich pro Hektar durchschnittlich 281 Euro Einkommensstütze ("Direktzahlungen") aus dem EU-Agrartopf. Im Schnitt machten diese Zahlungen rund 40 Prozent des Einkommens der Betriebe aus. Sie sind gerade für die Existenz kleinerer und mittlerer Betriebe von großer Bedeutung. 

Um dieses Geld zu erhalten, müssen die Landwirte Standards in Sachen Umweltschutz, Tierwohl, Lebensmittelsicherheit und Klimaschutz einhalten, die in den kommenden Jahren noch strenger werden müssen, wenn die Agrarpolitik weiter mehrheitsfähig bleiben soll. Doch klar ist auch: ohne die Landwirte und den ländlichen Raum wird Europa die Ziele des europäischen Grünen Deals nicht erreichen. So sollen in den kommenden Jahren der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sinken, die Biolandwirtschaft gestärkt, der Artenschwund gestoppt und die Biodiversität gefördert werden. 

Nicht zuletzt die Coronavirus-Pandemie hat die Wechselwirkungen zwischen unserer Gesundheit, unseren Ökösystemen, Versorgungsketten, Verbrauchsmustern und den Belastungsgrenzen unseres Planeten aufgezeigt. Mehr Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände und neue Schädlinge erinnern immer wieder daran, dass unser Lebensmittelsystem bedroht ist und nachhaltiger und widerstandsfähiger werden muss. Auch die Erwartungshaltung der Bürgerinnen und Bürger ändert sich. Mit einem robusten Agrarhaushalt kann die EU ihre Landwirte unterstützen, diesen Wandel zu bewältigen. 

So sollen jede Landwirte ermutig werden, den Umstieg auf nachhaltige Produktionswege zu wagen und sich so auch zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen: Die Produzenten können den Übergang zur Nachhaltigkeit als Markenzeichen nutzen. 

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Forschung. Im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizont Europa sind die Bereiche Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft, Fischerei, Aquakultur und Umwelt sowie Nutzung digitaler Technologien und naturbasierter Lösungen für den Agrar- und Lebensmittelsektor ein wichtiger Fokus.