Europa macht den Internet-Einkauf sicherer

Ein paar Schuhe oder Klamotten online bestellen und in Ruhe zu Hause probieren, Bücher und CDs per Mausklick ordern – diese Möglichkeit des stressfreien Einkaufs nutzen immer mehr Kunden von Onlinehändlern. Da der Online-Handel boomt, hat die EU neue Regeln erlassen, die den Einkauf auch grenzüberschreitend sicher machen. Darüber wacht die EU gemeinsam mit den nationalen Verbraucherschützern.

Die EU garantiert Rechtssicherheit beim Online-Einkauf. Für Verträge, die ein Kunde im Internet, per Katalog oder Telefon mit einem Händler schließt, gilt ein einheitliches Schutzniveau. Dabei ist egal, ob das Unternehmen seinen Sitz in Deutschland oder in einem anderen EU-Land hat.

Eine Analyse von knapp 500 kommerziellen Websites Anfang 2020 zeigte allerdings, dass zwei Drittel von ihnen gegen einige, machen gegen grundlegende EU-Verbraucherschutzrechte verstoßen. Diese Erhebung wurde von Verbraucherschutzbehörden aus 27 Ländern durchgeführt und von der Kommission koordiniert. "Die EU-Rechte wie das Recht, Waren innerhalb von 14 Tagen zurückgeben zu können, stärken das Vertrauen der Verbraucher in den Online-Handel. Diese Rechte sollten nicht im Kleingedruckten untergehen", so EU-Verbraucherkommissar Didier Reynders. Die Verbraucherschutzbehörden werden mithilfe ihrer nationalen Durchsetzungsverfahren sicherstellen, dass die Anbieter den Vorschriften in vollem Umfang nachkommen. 

Ein solches EU-weites Screening hatte die Kommission auch während der Corona-Pandemie angestoßen, um herauszufinden, wo in der EU Falschbehauptungen oder Werbung für angebliche Corona-Wundermittel auftauchen. In der Folge haben Online-Plattformen Millionen von falschen und betrügerischen Inhalten entfernt oder blockiert. Besonderes Augenmerk galt Angeboten von Schutzmasten, Desinfektionsmitteln und Testkits sowie Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Non-Food-Produkten mit angeblich heilender Wirkung gegen das Coronavirus. 

Die EU-Richtlinie über Verbraucherrechte garantiert allen Kunden bei Online-Einkäufen ein Recht auf klare, zutreffende und verständliche Angaben zu Lieferbedingungen, Widerrufsrechten und zur gesetzlichen Garantie im Falle fehlender Waren. Um Abzocke zu verhindern und den Online-Einkauf sicherer zu machen, wurde eine "Button-Lösung" eingeführt. Das heißt, per Mausklick müssen Kunden dem Kauf nun ausdrücklich zustimmen. Der Onlinehändler muss zum einen darauf hinweisen, dass Kosten anfallen, zum anderen muss er sich bestätigen lassen, dass die Kundin oder der Kunde davon Kenntnis genommen hat. Das ist möglich mit einer Schaltfläche. Verstößt ein Anbieter gegen die Button-Lösung, ist die Bestellung für die Kunden nicht bindend. 

Gibt es bei dem Online-Händler eine Hotline für Anfragen, dürfen Kunden nur zum Grundtarif zur Kasse gebeten werden. Das heißt: kostenpflichtige Kundenhotlines (0180- oder 0900- Nummern) sind verboten. Der Händler darf vom Kunden nur dann Zuschläge für bestimmte Zahlungsarten wie den Einsatz der Kreditkarte verlangen, wenn er selbst dadurch höhere Kosten hat. Verlangt der Unternehmer Fracht- oder Versandkosten, muss er den Verbraucher darüber klar informieren. Außerdem muss er sofort nach Eingang der Bestellung per Mail eine Bestellbestätigung schicken. 

Der Händler muss die Ware innerhalb von 30 Tagen liefern. Passiert das nicht, kann der Verbraucher an Tag 31 vom Vertrag zurücktreten. Eine EU-Richtlinie garantiert den Verbraucherinnen und Verbrauchern das Recht, sich im Streitfall an Online-Verbraucherschlichtungsstellen zu wenden (www.verbracher-schlichter.de