Die EU senkt Bankgebühren und die Kosten für den Kreditkarteneinsatz

Was kostet ein Konto? Muss der Einsatz der Kreditkarte wirklich so teuer sein? Wie lässt sich der Zugang zu innovativeren Online- und Mobilzahlungen verbessern? Auch um diese Dinge kümmern sich die EU-Kommission und die europäischen Gesetzgeber. Die neuen EU-Vorgaben spüren die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt auf ihrem Konto.

In ihrer Rolle als Verbraucherschützerin überwacht die EU-Kommission auch die Bankgebühren. 2014 hat die EU ein Gesetz für mehr Transparenz erlassen. Bei der Berechnung von Kontokosten dürfen Banken seitdem keine versteckten Gebühren mehr verlangen. Finanzinstitute müssen alle Gebühren, Kosten und Provisionen, die für Kontoeröffnung, Kontoführung oder -schließung anfallen, offenlegen. Damit haben die Kunden die Möglichkeit, zu vergleichen und sich für das beste Angebot zu entscheiden.

Für viele Kunden ist es Alltag, beim Einkauf bargeldlos mit Karte und inzwischen auch mobil zu bezahlen. Daran verdienen die Banken, manchmal auch die Händler kräftig. Seit 2016 gilt zum ersten Mal europaweit ein Limit für die Gebühren, die Banken verlangen dürfen, wenn Verbraucher mit Kreditkarten oder EC-Karten zahlen. Zusätzliche Kosten für Zahlungen mit Kredit- oder Debitkarten sowohl in Geschäften als auch im Internet sind seit 2018 EU-weit verboten. Anbieter müssen zudem bestimmte Anforderungen in punkto Authentifizierung und Sicherheit erfüllen.

Außerdem hat die EU dafür gesorgt, dass der Kontowechsel leichter wird – auch über Grenzen hinweg. Seit 2016 haben alle Bürgerinnen und Bürger in der EU das Recht auf ein Girokonto, auch wenn sie keinen festen Wohnsitz haben. Mit dem Konto können sie grundlegende Funktionen nutzen, etwa Geld überweisen oder Bargeld am Automaten abheben. Das gilt etwa für Obdachlose, aber auch für Flüchtlinge. In Deutschland sind nach Schätzungen etwa 670.000 Bürger ohne Konto, also knapp ein Prozent der Menschen über 16 Jahren, EU-weit sind es etwa 30 Millionen.

Die EU hat außerdem den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr schneller und sicherer gemacht. Seit 1. Februar 2016 gelten für alle Bankkunden die internationale Kontonummer IBAN und die internationale Bankleitzahl BIC. Sie tragen dazu bei, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend zu standardisieren, zu beschleunigen und günstiger zu machen. Der Zahlungsverkehrsraum SEPA („Single Euro Payments Area“) umfasst 34 Länder. Neben den 27 EU-Staaten machen Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco und San Marino mit.

Mit der überarbeiteten Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD2) werden die europäischen Zahlungsdienste seit 2019 für Verbraucher und Unternehmen weiter modernisiert. Die Richtlinie fördert die Entwicklung innovativer Online- und mobiler Zahlungsmöglichkeiten und sorgt für mehr Sicherheit bei Zahlungen sowie für einen besseren Verbraucherschutz.