Die EU setzt sich für nachhaltigere und länger haltbare Produkte ein

Ob Kleidung, Lebensmittel oder Elektrogeräte – vieles landet noch immer zu oft und zu früh im Müll. Die EU setzt deshalb bereits bei der Konzeption der Produkte an, sodass Produkte von Vorherein länger nutzbar sind. Außerdem sollen sie leichter wiederverwendet und recycelt werden können. Die Kreislaufwirtschaft ist einer der wichtigsten Bausteine des europäischen Grünen Deals.

Mit ihrem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft zielt die Kommission auf den gesamten Lebenszyklus von Produkten: vom Design und der Herstellung bis zum Verbrauch, zur Reparatur, Wiederverwendung und zum Recycling, um Ressourcen wieder in die Wirtschaft zurückzuführen. Der für den europäischen Grünen Deal zuständige Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans erklärt: „Unsere Wirtschaft ist heute noch überwiegend linear gestaltet. Nur 12 Prozent der Sekundärstoffe und -ressourcen gelangen wieder in die Wirtschaft zurück.“

Künftig müssen Produkte so konzipiert sein, dass sie eine längere Lebensdauer haben, leichter wiederverwendet, repariert und recycelt werden können. Statt Primärrohstoffe zu verwenden, wird ein größtmöglicher Anteil recycelter Materialien verpflichtend. Langlebige Güter, die nicht verkauft wurden, dürfen nicht mehr vernichtet werden. Die Kommission wird sich auf Branchen konzentrieren, die die meisten Ressourcen verbrauchen und in denen ein hohes Kreislaufpotenzial besteht. Dazu zählen Elektronik und IKT, Batterien und Fahrzeuge, Verpackungen, Kunststoffe, Textilien, Bauwesen und Gebäude sowie Lebensmittel. Der gezielte Zusatz von Mikroplastik soll beschränkt und ihre unbeabsichtigte Freisetzung über Kontrollen reduziert werden.

Bereits beschlossen sind übrigens strenge Vorgaben für die zehn Plastikprodukte, die Europas Strände am meisten verschmutzen und oft im Meer landen. Einige Einwegprodukte – nämlich die, für die es schon jetzt günstige Alternativen gibt – sind künftig verboten. Dazu gehören Plastikbesteck und –teller, Rührstäbchen oder Luftballonstäbe aus Plastik. Der Verbrauch von Plastikbechern muss vermindert werden, und bei weiteren Produkten (zum Beispiel Chipstüten, Filterzigaretten, Feuchttücher) müssen die Hersteller sich an den Kosten beteiligen, die wegen ihrer Produkte für die Säuberung der Umwelt anfallen.

Jeder Europäer wirft pro Jahr durchschnittlich 173 Kilogramm Verpackungen weg. Deshalb sollen in Zukunft deutlich weniger Verpackungen entstehen. Vor allem übertrieben aufwändige Verpackungen sollen reduziert werden. Die Kommission will außerdem Vorgaben zu Design, Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit von Verpackungen machen. Auch die Abfallvermeidung wird gestärkt. Dazu gehören neue Maßnahmen im Kampf gegen illegale Abfallexporte. Die Kommission wird ein EU-weit harmonisiertes Modell für die getrennte Sammlung von Abfällen vorschlagen.

Schließlich stärkt die Kommission auch die Rolle der Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie werden Zugang zu zuverlässigen Informationen über die Reparierbarkeit und Haltbarkeit von Produkten haben. Denn um nachhaltiger konsumieren zu können, benötigen sie verlässliche Informationen. Das macht es ihnen leichter, die richtigen Entscheidungen treffen. Und noch eine weitere positive Nachricht für Verbraucher und Umwelt: Die Verbraucher werden ein echtes „Recht auf Reparatur“ haben. Dies soll sicherstellen, dass sie einen leichteren Zugang zu bequemen und erschwinglichen Reparaturdiensten, Ersatzteilen und Reparaturanleitungen finden.