Vom Hof auf den Tisch: Die EU fördert nachhaltige und gesunde Lebensmittel

Dank der EU können wir alle beim Einkaufen auf hohe Lebensmittel-Standards vertrauen. Und wir können auf den ersten Blick erkennen, welche Zusatzstoffe der Orangensaft enthält oder wie viele Kalorien der Müsliriegel. Die Kennzeichnung von Lebensmitteln möchte die EU im Rahmen ihrer Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ weiter verbessern.

Und nicht nur das: Das gesamte Lebensmittelsystem soll nachhaltiger werden, unter anderem durch weniger Pestizide, weniger Antibiotika in der Tiermast und mehr Bio-Landwirtschaft.

Wir müssen voranschreiten und das Lebensmittelsystem der EU zu einer treibenden Kraft für Nachhaltigkeit machen,“ sagt Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. „Vom Hof auf den Tisch“ heißt die Strategie, die die EU-Kommission im Rahmen des europäischen Grünen Deals verfolgt. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft soll um die Hälfte sinken, gedüngt werden soll ein Fünftel weniger, antimikrobielle Mittel (also zum Beispiel Antibiotika) sollen in der Tiermast und Aquakultur zu 50 Prozent weniger eingesetzt werden. Ein Viertel der landwirtschaftlichen Flächen in der EU sollen künftig ökologisch bewirtschaftet werden.

Nachhaltigkeit soll Europas Markenzeichen werden – gesunde Lebensmittel, die von einem gesunden Kontinent stammen. So wird auch der ökologische Fußabdruck des EU-Lebensmittelsystems sinken und seine Widerstandsfähigkeit gestärkt. Das wiederum schützt auch die Existenzgrundlage von Landwirten und Fischern. Sie sollen über die Gemeinsame Agrarpolitik und der Gemeinsame Fischereipolitik unterstützt werden.

Schon jetzt gilt: In Europa gelten hohe Standards für Lebensmittel. Eine EU-Verordnung regelt beispielsweise die Etikettierung von Lebensmitteln. Schon die Verpackung soll eine Orientierung auf den ersten Blick geben. So müssen auf allen Packungen EU-weit einheitliche Tabellen gedruckt sein, die angeben, welche Nährstoffe das Produkt enthält. Also etwa Angaben zum Energiegehalt, der Menge an Fett, Kohlenhydraten, Zucker, oder Salz. Alle Angaben sind bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter. Bei Rindfleisch und frischem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch muss die Herkunft genannt werden. Bei jedem Produkt müssen die 14 wichtigsten Stoffe, die Allergien auslösen können (zum Beispiel Nüsse oder Soja) angegeben werden. Wichtig für Allergiker: auch bei unverpackten Lebensmitteln, also zum Beispiel in Restaurants, muss über Allergene informiert werden.

Gesundheitsbezogene Werbeaussagen sind streng reglementiert. Druckt der Hersteller den Begriff „fettarm“ auf sein Produkt, darf das Lebensmittel nicht mehr als 3 Gramm Fett pro 100 Gramm enthalten. Auf dem Etikett muss auch stehen, wenn ein Lebensmittel gentechnisch verändert ist („Novel Food“). Das gilt zum Beispiel auch für Pflanzenöle, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt sind. Verbraucherinnen und Verbraucher haben dann die Wahl, sich für oder gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel zu entscheiden.

Im Rahmen vom „Hof auf den Tisch“ hat die Kommission auch angekündigt, eine obligatorische Nährwertkennzeichung auf der Vorderseite der Verpackung, wie sie einige EU-Staaten schon freiwillig eingeführt haben, europaweit vorzuschlagen.

Geraten in der EU gesundheitsgefährdende Lebensmittel auf den Markt, wie etwa Fleisch mit Salmonellen, Eier mit dem Insektengift Fipronil oder quecksilberverseuchter Fisch, dann greift das Schnellwarnystem der EU (RASFF). Darüber kann ein Land eine Warnung an alle anderen EU-Staaten vor diesem Produkt geben, so dass das Risiko EU-weit schnell bekannt wird und die Behörden handeln können. Das Lebensmittel wird dann schnell vom Markt genommen.