Europa rettet Leben: Europa hat den einheitlichen Notruf 112 und den automatischen Unfallnotruf E-Call

Europa ist auch in Notfällen vereint. Bereits im Jahr 2008 wurde die EU-weite kostenlose Notrufnummer 112 eingeführt. Das verkürzt die Wartezeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte und rettet Leben. Seit 2018 ist das Notrufsystem E-Call EU-weit für alle Neuwagen verpflichtend. Bei einem schweren Unfall gibt das System über die europäische Galileo-Satellitennavigation automatisch den Unfallort an die Rettungskräfte durch.

Früher hatte jedes Land seine eigenen Rufnummern für Polizei und Feuerwehr. Reisende wussten bei Feuer oder nach einem Unfall im Ausland oft nicht, wo sie anrufen sollten, um Hilfe zu holen.

Seit 2008 ist das anders. Der EU-weite Notruf funktioniert in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, von Spanien bis Finnland, von Griechenland bis Polen – und zwar sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunknetz. Die einheitliche europäische Notrufnummer 112 wird jedes Jahr mehr genutzt. 158 Millionen Mal haben Bürger im Jahr 2019 die 112 gewählt. Das entspricht mehr als der Hälfte aller gewählten Notrufe. Mehr als zwei Millionen Anrufe haben Europäer auf Reisen in anderen EU-Ländern getätigt.

Die Leitstellen sollen in der Lage sein, Notrufe in verschiedenen Sprachen entgegenzunehmen, also auch etwa in Englisch. Hat das Mobiltelefon keinen Empfang im Netz der eigenen SIM-Karte, wird automatisch über ein fremdes Netz vermittelt. Ein solcher Notruf hat im Mobilfunknetz Priorität, nötigenfalls wird eine andere Verbindung getrennt. Daneben gibt es in Deutschland weiter die Polizeinotrufnummer 110.

Der Europäische Notruf setzt sich übrigens auch außerhalb der Europäischen Union durch: Mittlerweile gilt er in mehr als 30 europäischen Ländern.

Auch bei Autofahrern setzt die EU auf Sicherheit: Das 2015 EU-weit eingeführte und seit 2018 für Neuwagen verbindliche E-Call-System, das bei einem Unfall automatisch den 112-Notruf wählt, um Rettungskräfte mit genauen Standortdaten zu alarmieren, soll die Zahl der Verkehrstoten senken. Ziel ist es, Verletzte schneller am Unfallort versorgen zu können. Schätzungen zufolge verkürzt sich die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte mit E-Call in Städten um 40 Prozent und auf dem Land um die Hälfte.

Das E-Call-System, das auch manuell ausgelöst werden kann, überträgt nur wesentliche Informationen und speichert oder zeichnet keine Daten auf.