Die EU bietet einen Dienst für junge Freiwillige: Das Europäische Solidaritätskorps

Unterstützung für Flüchtlinge oder Hilfe bei Erdbeben: In einem EU-Programm können sich junge Leute europaweit engagieren und Erfahrungen im Ausland sammeln. Mehr als 175.000 Jugendliche haben sich europaweit bereits für das Solidaritätskorps angemeldet, 30.000 waren schon in Projekten in ganz Europa aktiv.

Abi geschafft und noch keinen Plan, wie es weitergehen soll? Viele gönnen sich nach dem Abschluss erstmal eine Auszeit, um zu reisen, Praktika zu machen oder sich zu engagieren – etwa durch einen Freiwilligendienst. Diese Möglichkeit bietet das Europäische Solidaritätskorps. Ende 2016 hat die EU-Kommission den Startschuss für die Initiative gegeben. Sie gibt jungen Menschen die Chance, an Freiwilligenprojekten in ihrem eigenen Land oder auch im Ausland teilzunehmen, die Gemeinschaften und den Menschen in ganz Europa zugutekommen.

Das Europäische Solidaritätskorps bietet drei verschiedene Programmteile: In Freiwilligenprojekten können junge Menschen eine zwei-bis zwölfmonatige Freiwilligentätigkeit in Vollzeit ausüben. Bei den Beschäftigungsprojekten gibt es einen Arbeits-, Praktikums- oder Ausbildungsplatz in Organisationen, die für ihre Projekte Mitarbeiter suchen. In Solidaritätsprojekten schließlich führt eine Gruppe junger Menschen ein Projekt auf lokaler Ebene durch. Die Bandbreite der Solidaritätsprojekte reicht vom Repair-Café in Estland bis zum Lokaltheater in Irland.

Die Teilnehmenden sind zwischen 18 und 30 Jahren alt. Sie bekommen entweder ein reguläres Gehalt – oder zumindest ihre Reise- und Lebenshaltungskosten bezahlt, auch Unterkünfte und ein Taschengeld werden gestellt. Tätig werden können junge Menschen etwa im Bereich Bildung, Gesundheit, Integration in die Gesellschaft, Bau von Unterkünften und Einrichtungen, Renovierung und Verwaltung, Aufnahme von Migranten oder Umweltschutz. Am Ende wird ein Zertifikat ausgestellt. Für den Zeitraum 2021-2027 will die Kommission ein Budget von 1,26 Milliarden Euro für das Europäische Solidaritätskorps bereitstellen, sodass mindestens 350.000 junge Europäerinnen und Europäer daran teilnehmen können.

Die Corona-Pandemie hat die europäische Jugendarbeit vor neue Herausforderungen gestellt. Die Agentur JUGEND für Europa hält zu Fragen rund um die Auswirkungen der Pandemie auf die Teilnahme an europäischen Jugendprogrammen einen laufend aktualisierten Fragen- und Antwortkatalog bereit.