Europa gestaltet seine Zukunft durch Forschung und Innovation

Wirtschaftlicher Erfolg basiert oft auf innovativen Konzepten und neuen Ideen. Um im weltweiten Ideenwettbewerb mithalten zu können, steckt die EU Milliarden in die Förderung der Forschung, oft in grenzüberschreitenden Teams. Unser Wissen und Können sind unsere wichtigsten Ressourcen – sei es bei bahnbrechenden Technologien, dem Klimaschutz oder dem Schutz der öffentlichen Gesundheit.

Exzellente Wissenschaft und industrielle Führung – das sind die Ziele der EU-Programme für Forschung und Innovation. Insgesamt hat die EU aus ihrem Haushalt zwischen 2014 und 2020 rund 80 Milliarden Euro Forschungsförderung über das Programm „Horizont 2020“ bereitgestellt, davon hatten bis April 2020 in Deutschland über 16.000 deutsche Forscher und Wissenschaftsorganisation mit knapp 8 Milliarden Euro profitiert. Die Liste der erfolgreichsten Regionen führt dabei München an, gefolgt von Berlin, Köln, Hamburg und Stuttgart. Die am stärksten beteiligten Forschungszentren sind die Max-Planck-Gesellschaft, die Fraunhofer Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt. Über 3000 kleine und mittlere Unternehmen sind in Deutschland an Horizont-Projekten beteiligt.

Der letzte Haushaltsplan für „Horizont 2020“ bereitet auch schon den Weg für „Horizont Europa“ vor, das nächste Rahmenprogramm (2021-2027) für Forschung und Innovation. Horizont Europa wird mit einem vorgeschlagenen Budget von rund 100 Milliarden Euro das größte öffentlich geförderte Forschungs- und Innovationsprogramm der Welt sein. Neu ist in Horizont Europa unter anderem, dass hochinnovative Startups und Unternehmen über einen Europäischen Innovationsrat (EIC) gefördert werden. Der Europäische Innovationsrat läuft bereits in der Pilotphase und ist 2020 mit einem Budget von 1,2 Milliarden Euro ausgestattet.

Deutschland hat traditionell die fleißigsten Erfinder in Europa und verteidigt seit Jahren den ersten Platz als Europameister. Deutsche Erfinder meldeten 2018 genau 26.734 Patente beim Europäischen Patentamt in München an. Von den insgesamt 174.317 Patentanmeldungen kamen 15 Prozent aus Deutschland. Damit zeigte Deutschland zugleich die stärkste Zunahme seit 2010. Die EU sorgt auch dafür, dass Erfinder und innovative Unternehmen ihre Erfindungen europaweit leichter schützen lassen können. Voraussichtlich Ende 2021 startet das EU-Einheitspatent. Ein vom Europäischen Patentamt erteiltes Patent gilt dann automatisch in fast allen EU-Staaten. Das spart viel Zeit und Geld. Zudem wird bei Streitfällen künftig ein europäisches Patentgericht entscheiden, was Unternehmen parallele Prozesse in mehreren EU-Staaten erspart.

Forschung und Innovation sind Teil der koordinierten Reaktion auf die Corona-Pandemie. Deutsche Biotech-Firmen wie BioNTech, CureVac oder GNA Biosolutions erhielten über die Europäische Investitionsbank oder aus dem Forschungsprogramm Horizont 2020 Finanzierungen für Entwicklung von Immuntherapien oder Diagnostiksystemen. Mehr als 380 Millionen Euro hat die EU unmittelbar nach dem Coronavirus-Ausbruch für die Entwicklung von Impfstoffen, neuen Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und medizinischen Systemen mobilisiert. Zu den konkreten Maßnahmen gehört die Unterstützung von 151 Forschungsteams.

Staaten und Organisationen auf der ganzen Welt bündeln ihre Kräfte, um sicherzustellen, dass lebensrettenden Instrumente nicht nur entwickelt, sondern auch als globales öffentliches Gut überall verfügbar und erschwinglich sind. Für die notwendige Anschubfinanzierung von knapp 10 Milliarden Euro sorgte eine von der EU und ihren Partnern organisierter Spendenmarathon von Mai-Juni 2020. Aus Mitteln von Horizont 2020 steuerte die EU eine Milliarde Euro für den Zugang zu Impfstoffen bei.