Die Europäische Bewegung entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und hatte sich der Förderung der europäischen Integration verschrieben. Eine wichtige Rolle spielten in diesem Zusammenhang Winston Churchill und dessen Schwiegersohn Duncan Sandys. Im Januar 1947 war auf Bemühen der beiden in Großbritannien das „United Europe Movement (UEU)“ gegründet worden, das sich vor allem an der Zielsetzung eines europäischen Staatenbundes orientierte. Im Mai 1948 organisierte Duncan Sandys den sogenannten Haager Kongress, dessen Ziel es war, anschließend Nationale Räte der Europäischen Bewegung zu gründen, die sich auf europäischer Ebene einem Internationalen Rat anschließen sollten. Im Zuge dessen wurde am 13. Juni 1949 der „Deutsche Rat der Europäischen Bewegung“ ins Leben gerufen.

Das Netzwerk EBD fördert gemäß Satzung die europäische Integration in Deutschland und die grenzüberschreitende Kooperation der europäischen Zivilgesellschaft. Zusätzlich unterstützt das Netzwerk EBD seine Mitgliedsorganisationen in europäischen Informations-, Kooperations- und Bildungsaktivitäten. Seit 2013 definiert die Mitgliederversammlung der EBD jedes Jahr konkrete politische Forderungen, die neben den inhaltlichen Arbeitsschwerpunkten die Grundlage der Arbeit der EBD bilden.

Die 250 Mitgliedsorganisationen repräsentieren unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen: Wirtschafts- und Berufsverbände, Gewerkschaften, Bildungsträger, wissenschaftliche Institute, Stiftungen, Parteien, Unternehmen und andere.

Durch die vielfältigen Kontakte zu Institutionen der Europapolitik und die guten Verbindungen zu Wirtschafts- und Berufsverbänden, Gewerkschaften, Bildungsträgern, wissenschaftlichen Institutionen, Stiftungen, Parteien und anderen Organisationen bildet die Europäische Bewegung Deutschland ein starkes Netzwerk im Bereich Bildung und Information.

Das Kerngeschäft im Arbeitsbereich sind etablierte Bildungsangebote, die über Europa in all seinen Facetten informieren, für eine Teilhabe am europäischen Integrationsprozess werben und den Europagedanken in die Gesellschaft tragen.

Wichtigstes Projekt ist hierbei der „Europäische Wettbewerb“, der älteste und einer der renommiertesten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Spielerisch lernend Europa zu erfahren und die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu erkunden – das ist das Ziel des Wettbewerbs. Jedes Jahr schreiben, malen, filmen oder basteln 80.000 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schularten einen Beitrag rund um die Aktivitäten der Europäischen Union und setzen sich dabei selbständig mit Werten, Zielen, Herausforderungen und Möglichkeiten der europäischen Einigung auseinander.

Der Europäische Wettbewerb ist einer der ältesten Schülerwettbewerbe Europas und begleitet die europäische Integration von Anfang an. Seit über 60 Jahren setzen sich Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schulformen kreativ mit aktuellen europäischen Themen auseinander.

Der Schülerwettbewerb entstand 1953 in Frankreich als Projekt der Europäischen Jugendkampagne, dort begann er zunächst als Aufsatzwettbewerb für ältere Schüler zu kulturellen Aspekten der europäischen Integration. Doch schon bald wurden auch die jüngeren Kinder zur Teilnahme eingeladen, künstlerische Methoden wurden zugelassen und der Wettbewerb fand nicht mehr nur an einem Tag, sondern schuljahresbegleitend statt. Die Initiative wurde von einer internationalen Kommission sowie von Nationalkomitees in verschiedenen europäischen Ländern gesteuert und von der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EKGS), dem Europakolleg in Brügge sowie der Europäischen Bewegung unterstützt. Bereits damals war es den Organisatoren wichtig, über Reisepreise den gemeinsamen Austausch mit Schülern aus unterschiedlichen Nationen zu fördern mit dem Ziel, dass sich die Schüler für eine verstärkte europäische Zusammenarbeit einsetzen sollten.

Schnell nahmen immer mehr europäische Länder am Schülerwettbewerb teil – im Laufe der Jahrzehnte waren es über 30 Länder! Die teilnehmenden Länder vernetzten sich in dem Verein Europe at School – Europa in der Schule. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs öffnete Europe at School sogar Türen für die Zusammenarbeit mit mittel- und osteuropäischen Staaten. Schüler mit ganz unterschiedlichen politischen Vergangenheiten und kulturellen Hintergründen reichten ihre Gedanken und Ideen zum Projekt Europa ein.

Das stetig wachsende Netzwerk Europe at School stand unter der Schirmherrschaft des Europarates und wurde viele Jahre durch europäische Fördergelder unterstützt. Ein Internationales Komitee mit Sitz in Bonn koordinierte die Zusammenarbeit der verschiedenen Länder. Die Gewinner kamen jedes Jahr in internationalen Preisträgerbegegnungen überall in Europa zusammen. Eine Woche lebten und arbeiteten sie mit Jugendlichen aus ganz Europa zusammen. Heute finden diese internationalen Seminare nur noch in Deutschland statt.

Als die EU-Förderung eingestellt wurde, sahen sich viele Länder gezwungen, ihre Teilnahme am Schülerwettbewerb zu beenden. Aktiv engagieren sich heute im Netzwerk noch Kroatien, Griechenland, die Slowakische und die Tschechische Republik, einige polnische Regionen und Deutschland.

In Deutschland ist die Europäische Bewegung Deutschland von Beginn an Träger des Wettbewerbs, hier ist der Europäische Wettbewerb fest etabliert und es nehmen jedes Jahr über 80.000 Schüler daran teil. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Auswärtige Amt, die Kultusministerkonferenz, die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident unterstützen ihn als Instrument der europapolitischen Schulbildung.

Ein weiteres zentrales Bildungsprojekt ist die Auswahl und Betreuung der deutschen Studierenden am College of Europe.

Europäische Bewegung Deutschland

Die deutsche Unterorganisation der internationalen Europäischen Bewegung wurde am 13. Juni 1949 unter dem Namen „Deutscher Rat der Europäischen Bewegung“ in Wiesbaden gegründet.