Geld und Finanzen in Europa und der EU – das solltest du wissen!
1. Der Euro
Den Euro gibt es seit dem 1. Januar 1999, zuerst wurde er nur als Buchgeld eingeführt, also für Überweisungen, Konten und Finanzmärkte.
Als Münzen und Scheine im Alltag gibt es ihn seit dem 1. Januar 2002. Der Euro macht seitdem Reisen, Preisvergleiche, Überweisungen und den Handel in vielen EU-Ländern einfacher. Aber: Nicht alle EU-Staaten nutzen den Euro. Aktuell ist er die offizielle Währung in 22 EU-Ländern. Nicht dabei sind Dänemark, Polen, Rumänien, Schweden und Tschechien.
Und ganz aktuell tut sich auch etwas bei den Euro-Banknoten: Ein neues Design für die Geldscheine ist in Planung. Dafür standen zehn Gestaltungsvorschläge zur Auswahl, zu denen alle Menschen in Europa online ihre Meinung abgeben konnten. Das endgültige Design soll voraussichtlich Ende 2026 feststehen – die neuen Scheine werden aber erst einige Jahre später in Umlauf kommen.
2. Inflation
Im Euroraum kümmert sich die Europäische Zentralbank, kurz EZB, darum, die Preise insgesamt möglichst stabil zu halten. Ihr Ziel ist mittelfristig die Inflation auf 2 % zu halten. Wird die Inflation zu hoch, kann die EZB zum Beispiel die Leitzinsen anheben. Das sind vereinfacht gesagt die Zinsen, zu denen sich Banken Geld leihen können. Steigen diese Zinsen, geben Banken das oft weiter: Kredite für Unternehmen und Verbraucher werden teurer. Dann wird weniger auf Kredit gekauft, gebaut oder investiert. Dadurch sinkt die Nachfrage, und wenn weniger stark nachgefragt wird, kann auch der Druck auf die Preise nachlassen.
Und genau das passiert aktuell wieder: Bei ihrer jüngsten September-Sitzung hat die EZB eine Zinserhöhung beschlossen. Hintergrund ist die weiterhin hohe Inflation, unter anderem durch gestiegene Energiepreise.
Wichtig: Das wirkt nicht sofort und senkt nicht automatisch jeden einzelnen Preis. Die EZB dreht eher an großen Stellschrauben, um die Inflation im Euroraum insgesamt zu bremsen.
3. Kostenlos durch Europa reisen
Mit der EU-Initiative „DiscoverEU“ bekommen jedes Jahr Zehntausende 18-Jährige die Chance auf einen kostenlosen Travel-Pass, mit dem sie quer durch Europa reisen können. Finanziert wird „DiscoverEU“ aus dem EU-Haushalt, dem gemeinsamen Budget der EU. Daraus bezahlt die EU aber natürlich nicht nur Reiseprogramme für junge Menschen, sondern auch Bereichen wie Forschung, Digitalisierung, Landwirtschaft, Klimaschutz, Sicherheit, Migration oder regionale Entwicklung.
In den EU-Haushalt zahlen alle Mitgliedstaaten unterschiedlich viel ein. Deutschland zahlt besonders viel, gleichzeitig profitieren wir aber auch stark von der EU. Zum Beispiel durch den gemeinsamen Binnenmarkt und den Handel ohne viele Hürden, gemeinsame Standards und EU-Projekte, die auch in Deutschland ankommen. Auch in Hessen, zum Beispiel für Bildung, Jugend, Kultur, Forschung, Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung. Welche Fördermöglichkeiten es gibt, zeigt das
EU-Beratungszentrum HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster.